Über uns

Wir sind eine Interessengemeinschaft mit Sitz in Dresden, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die meißnisch-sächsische Landesgeschichte im Hochmittelalter zu recherchieren, nachzugestalten und für das Publikum erlebbar zu machen. Wir bewegen uns vorwiegend in dem Zeitraum 1150 bis 1300, also der Epoche, in der die Gebiete östlich von Elbe und Saale stärker erschlossen wurden. Der Einflussbereich des sächsischen Herrschergeschlechtes der Wettiner erstreckte sich im Wechsel der Zeiten über die Marken Meißen, die Ostmark, die Mark Landsberg und das Pleißenland als Pfandbesitz bis nach Thüringen. Dabei geht es uns um eine hochmittelalterliche Darstellung eines speziellen Stückes sächsischer Landesgeschichte, die sich anhand alter Urkunden nachvollziehen läßt. Deshalb stellen wir ausschließlich historisch belegte Personen aus dem Niederadel jener Epoche dar. Im Mittelalterlager erscheinen wir dieser Zeit entsprechend gewandet und gerüstet, kochen im Lager auf offenen Feuer nach mittelalterlichen Rezepten und demonstrieren höfisches Benehmen, Tänze und Tischsitten.

Die Mitgliederseite enthält Informationen zu den historischen Personen, die wir verkörpern. Durch Anklicken des jeweiligen Bildes besteht die Möglichkeit sich näher mit dem benannten Adelsgeschlecht zu beschäftigen.

Schreiben Sie uns bei Interesse oder Fragen eine Email, oder rufen Sie uns an.

Die Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft "Mark Meissen 1200" fanden sich im Herbst 2004 zusammen. Den Impuls dazu gab die Teilnahme an der Erstürmung der Brandenburg in Lauchröden bei Eisenach. Dort trafen wir den Freien Ritterbund Thüringen e.V. und genossen dessen Gastfreundschaft. Schnell stand fest, dass wir uns ganz gezielt mit der Landesgeschichte Sachsens beschäftigen wollen. Das Kerngebiet der Mark Meissen im 12. und 13. Jahrhundert ist nahezu identisch mit dem Freistaat Sachsen in der heutigen Zeit. Daher lag es nahe, sich bei der Auswahl des Gruppennamens auf den historischen Landesnamen zu beziehen. Die Interessengemeinschaft MARK MEISSEN 1200 war geboren.

Die Darstellung sollte sich hauptsächlich auf den niederen Adel - also Ritter und Herren aus der Region - beziehen, so originalgetreu wie möglich sein und viele Aspekte des mittelalterlichen Lebens ansprechen. Im Jahr darauf bauten wir schon eine mannshohe fahrbare Blide - eine Steinschleuder - ,einen Waffenständer und erwarben das erste große Zelt. Wir waren Mitwirkende beim großen Festumzug zur 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden 2006.

Seitdem sind wir auch in Kontakt zu anderen Historiengruppen und treten gelegentlich auch gemeinsam auf. Unter anderem mit "hôchmúot", die sich auf die Darstellung hochadligen, höfischen Lebens spezialisiert haben. Und den "Freien von der Karlshöhe", die den Kampf zu Pferd mit Schwert und Lanze trainieren.

Unser Lager umfasst mittlerweile 8 Zelte verschiedener Art und Größe, eine variable Kochstelle und einen großen Baldachin, unter dem bei den gemeinsamen Mahlzeiten bis zu 25 Personen an Tischen und Bänken Platz finden.

Herren und Ritter

Heinrich von Colditz Werner von Erdmannsdorf Heinrich von Reichenbach Johann von Schleinitz
Ralf Jung Tino Gottschall Stefan Lange Lukas Lier
Dietrich von Schönberg Heinrich von Wildenfels Heinrich Roßmargk
André Wiegand Thomas Friedrich Ronny Langer

Damen

Sophie von Hirschfeld Brigitte von Honsberg Kunigunde von Freiberg Aba von Radeberg
Claudia Desouki-Grösel Ulrike Fahle Sabine Ebert Ulrike Müller
Mabilia von Rosenberg Christiane von Schwarzburg Isengard von Waldenburg Jutta von Wildenfels
Monique Reppe Vera Echaust Claudia Miersch Katja Friedrich
Margarethe von Köckeritz
Bärbel Kirsch

Knappen

Friedrich von Zehmen Ulrich von Schlegel
Erik Adam Jan Jordanov

Als "Mark Meissen 1200" sind wir gemeinsam mit anderen Gruppen regelmässig Mitwirkende an verschiedenen Mittelalterlagern: z.B. zu Pfingsten auf Schloss Weesenstein und Anfang Juni auf der Brandenburg in Thüringen. Wir werden zu Stadtfesten und historischen Umzügen eingeladen, treten auf Wunsch aber auch gern in Schulen bei Projektwochen auf.

Die Kinder können aus eigener Anschauung erleben, wie sich ein Ritter rüstet und welche Kleidung er und seine Gemahlin trugen. Sie können Bogenschießen ausprobieren oder zusehen wie eine Steinschleuder funktioniert. Außerdem zeigen und erzählen wir gern etwas darüber, wie man mit der Hand Kleidung herstellte und welche Lebensmittel die Menschen im 13. Jahrhundert noch nicht kannten. Auch das Einstudieren eines historischen und einfach zu erlernenden Rundtanzes wird Kinder wie Erwachsene begeistern.

Vorführung in der Poisentalgrundschule in Freital

Der Familientag im Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden

Die Herren von Wildenfels

Die Herren von Wildenfels sind edelfreier oder reichsministerialer Herkunft und hatten ihren Stammsitz südöstlich von Zwickau in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft (Grafschaft) Hartenstein. 1119 tauchen in einer thüringischen Urkunde erstmals die Brüder Christian und Anargk auf, wobei nicht genau geklärt werden kann, ob sie sich von Wilden oder von Wildenfels nennen.

Der erste mir sicher bekannte Wildenfelser ist HEINRICH I. VON WILDENFELS (um 1180 – nach 1223), der mit Jutta (Haus unbekannt) verheiratet war. In seinen Jugendjahren wurde die Burg Wildenfels auf einem Bergsporn mit Palas errichtet. Sein Sohn Heinrich II. von Wildenfels (vor 1223 – nach 1274) wird 1240 in einer Schenkungsurkunde Meinherr II. von Hartenstein, Burggraf von Meißen an das Kloster Grünhain, als Zeuge genannt. Dessen Sohn Heinrich III. von Wildenfels wurde vermutlich um 1250 geboren und starb 1322. Er war mit Kunigunde von Wolkenstein, der Tochter Anargs von Waldenburg – Wolkenstein und der Adelheid von Plauen, verheiratet. Ihnen folgt Johann von Wildenfels (um 1300 – nach 1348), dessen Tochter Bertha (II.) mit Thimo VII. von Colditz, dem Marschall des Markgrafen von Meißen verheiratet war. Deren Tochter Agnes von Colditz (vor 1363 – 1385) heiratete sogar Graf Ernst von Gleichen, der 1395 starb. Mir ist noch eine weitere Tochter aus dem Haus Wildenfels bekannt, die den Lebensdaten nach bei Heinrich III. einzuordnen ist. Mechthild von Wildenfels starb nach 1335 und war mit Hermann V. von Schönburg – Glauchau verheiratet.

1356 tragen Hanns und Heinrich (IV.) ihr Schloss freiwillig Kaiser Karl IV. (auch König von Böhmen) als königlich böhmisches Lehen an, um sich dem wettinischen Einfluss zu entziehen. 1401 verkauft Wenzel von Wildenfels die Dörfer Grün (Kalkgrün) und Oelsnitz dem Kloster Grünhain. 1407 verzichtet Anargk von Wildenfels auf alle seine Rechte am Kloster Zelle und wird im Gegenzug vom Propst zu St. Moritz in Naumburg vom Banne losgesprochen. Bereits kurz darauf kam es zu Streitigkeiten mit der Papstkirche, was die Veräußerung der Herrschaft Wildenfels zur Folge hatte.

1410 wird Conrad von Tettau als Besitzer von Wildenfels genannt. 1422 werden die Herren von Pflugk Besitzer von Wildenfels. Von 1450 – 54 ist der Burggraf von Meißen der Herr auf Wildenfels, dann sind es die Vögte von Weida bis 1531. 1531 geht Wildenfels an den kurfürstlichen Rat Graf Hanns Heinrich von Schwarzburg der es 1536 wieder an Anargk von Wildenfels, Herr auf Ronneburg und Schönkirchen verkauft. Die ganze Zeit über (zwischen 1410 – 1536) scheinen sich die Herren von Wildenfels gewisse Vorrechte an ihrer Herrschaft vorbehalten zu haben, sodass sämtliche Zwischenbesitzer nur unterpfändlich darauf gesessen haben, denn 1450 wird ein Heinrich von Wildenfels als Besitzer des Schlosses Wildenfels genannt. Dieser verkauft auch 1451 einige Zinsen und Güter in Reinsdorf an einen Nic Reinhold. 1508 verklagen die Herren von Wildenfels die Gerichte zu Schlema wegen Verweigerung des Bergzehnten.

Der bereits erwähnte Anargk von Wildenfels war eine berühmte Persönlichkeit. 1535 wurde er von Herzog Georg mit den drei Vorwerken in Oelsnitz samt allen Rechten über das Dorf, dem Gut Steinhübel und weiteren Ländereien belehnt. 1536 bringt er neben Ronneburg und Schönkirchen auch Wildenfels wieder fest in den Besitz der Familie. Kurfürst Johann dem Beständigen leistet er während der Reformation viele Dienste und ist auch besonders bei den Kirchen – Visitationen im Erzgebirge tätig. Bei einer Kirchenrevision starb er und liegt in Härtensdorf begraben. Sein Sohn Heinrich starb 1558 und hinterließ seinerseits einen dreijährigen Sohn Namens Anargk Friedrich (1555 – 1602).

In den Folgejahren erlitt die Herrschaft Wildenfels durch Streitigkeiten so manchen Schaden. Am 26. Februar 1602 starb Anargk Friedrich von Wildenfels als Letzter seines Stammes in Prag und wurde in Härtensdorf bestattet. Nun konnte Kurfürst August sein bereits 1585 gegebenes Versprechen an die Grafen von Solms einlösen. Er gab Herrschaft und Schloss Wildenfels an die Grafen von Solms, die bis zur Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg auf Wildenfels saßen.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.dirkpeters.net
Festschriften zum Heimatfest von 1925, 1963 und 1983
Geschichte von Stadt und Schloss Wildenfels

Die Herren von Wildenfels

Die Herren von Wildenfels sind edelfreier oder reichsministerialer Herkunft und hatten ihren Stammsitz südöstlich von Zwickau in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft (Grafschaft) Hartenstein. 1119 tauchen in einer thüringischen Urkunde erstmals die Brüder Christian und Anargk auf, wobei nicht genau geklärt werden kann, ob sie sich von Wilden oder von Wildenfels nennen.

Der erste mir sicher bekannte Wildenfelser ist Heinrich I. von Wildenfels (um 1180 – nach 1223), der mit JUTTA (Haus unbekannt) verheiratet war. In seinen Jugendjahren wurde die Burg Wildenfels auf einem Bergsporn mit Palas errichtet. Sein Sohn Heinrich II. von Wildenfels (vor 1223 – nach 1274) wird 1240 in einer Schenkungsurkunde Meinherr II. von Hartenstein, Burggraf von Meißen an das Kloster Grünhain, als Zeuge genannt. Dessen Sohn Heinrich III. von Wildenfels wurde vermutlich um 1250 geboren und starb 1322. Er war mit Kunigunde von Wolkenstein, der Tochter Anargs von Waldenburg – Wolkenstein und der Adelheid von Plauen, verheiratet. Ihnen folgt Johann von Wildenfels (um 1300 – nach 1348), dessen Tochter Bertha (II.) mit Thimo VII. von Colditz, dem Marschall des Markgrafen von Meißen verheiratet war. Deren Tochter Agnes von Colditz (vor 1363 – 1385) heiratete sogar Graf Ernst von Gleichen, der 1395 starb. Mir ist noch eine weitere Tochter aus dem Haus Wildenfels bekannt, die den Lebensdaten nach bei Heinrich III. einzuordnen ist. Mechthild von Wildenfels starb nach 1335 und war mit Hermann V. von Schönburg – Glauchau verheiratet.

1356 tragen Hanns und Heinrich (IV.) ihr Schloss freiwillig Kaiser Karl IV. (auch König von Böhmen) als königlich böhmisches Lehen an, um sich dem wettinischen Einfluss zu entziehen. 1401 verkauft Wenzel von Wildenfels die Dörfer Grün (Kalkgrün) und Oelsnitz dem Kloster Grünhain. 1407 verzichtet Anargk von Wildenfels auf alle seine Rechte am Kloster Zelle und wird im Gegenzug vom Propst zu St. Moritz in Naumburg vom Banne losgesprochen. Bereits kurz darauf kam es zu Streitigkeiten mit der Papstkirche, was die Veräußerung der Herrschaft Wildenfels zur Folge hatte.

1410 wird Conrad von Tettau als Besitzer von Wildenfels genannt. 1422 werden die Herren von Pflugk Besitzer von Wildenfels. Von 1450 – 54 ist der Burggraf von Meißen der Herr auf Wildenfels, dann sind es die Vögte von Weida bis 1531. 1531 geht Wildenfels an den kurfürstlichen Rat Graf Hanns Heinrich von Schwarzburg der es 1536 wieder an Anargk von Wildenfels, Herr auf Ronneburg und Schönkirchen verkauft. Die ganze Zeit über (zwischen 1410 – 1536) scheinen sich die Herren von Wildenfels gewisse Vorrechte an ihrer Herrschaft vorbehalten zu haben, sodass sämtliche Zwischenbesitzer nur unterpfändlich darauf gesessen haben, denn 1450 wird ein Heinrich von Wildenfels als Besitzer des Schlosses Wildenfels genannt. Dieser verkauft auch 1451 einige Zinsen und Güter in Reinsdorf an einen Nic Reinhold. 1508 verklagen die Herren von Wildenfels die Gerichte zu Schlema wegen Verweigerung des Bergzehnten.

Der bereits erwähnte Anargk von Wildenfels war eine berühmte Persönlichkeit. 1535 wurde er von Herzog Georg mit den drei Vorwerken in Oelsnitz samt allen Rechten über das Dorf, dem Gut Steinhübel und weiteren Ländereien belehnt. 1536 bringt er neben Ronneburg und Schönkirchen auch Wildenfels wieder fest in den Besitz der Familie. Kurfürst Johann dem Beständigen leistet er während der Reformation viele Dienste und ist auch besonders bei den Kirchen – Visitationen im Erzgebirge tätig. Bei einer Kirchenrevision starb er und liegt in Härtensdorf begraben. Sein Sohn Heinrich starb 1558 und hinterließ seinerseits einen dreijährigen Sohn Namens Anargk Friedrich (1555 – 1602).

In den Folgejahren erlitt die Herrschaft Wildenfels durch Streitigkeiten so manchen Schaden. Am 26. Februar 1602 starb Anargk Friedrich von Wildenfels als Letzter seines Stammes in Prag und wurde in Härtensdorf bestattet. Nun konnte Kurfürst August sein bereits 1585 gegebenes Versprechen an die Grafen von Solms einlösen. Er gab Herrschaft und Schloss Wildenfels an die Grafen von Solms, die bis zur Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg auf Wildenfels saßen.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.dirkpeters.net
Festschriften zum Heimatfest von 1925, 1963 und 1983
Geschichte von Stadt und Schloss Wildenfels

Die Ritter von Radeberg

Die Ahnen der Ritter von Radeberg haben im 12. Jh. auf Gröbern, NO von Meißen gesessen und banden sich wohl auch schon früh an die Burggrafen von Meißen, in deren Diensten sie als Burgmannen auf der Reichsburg Meißen tätig waren. 1180 wird als Ahnherr der Radeberger, der Ritter Thimo von Gröbern erwähnt, der Gröbern zu vollem Eigen (Allodialgut) hatte. Seine Gemahlin ist leider unbekannt, aber als seine Söhne werden Arnold und Heinrich genannt. Sie sollen bereits auf Radeburg und Radeberg ansässig gewesen sein und nannten sich von Radeberg.

Arnold von Radeberg war mit ABA verheiratet, deren Herkunft nicht bekannt ist. Heinrich von Radeberg war ein Gefolgsmann der Herren von Kamenz. 1219 wird mit Werner von Radeberg ein geistlicher Vertreter des Rittergeschlechtes erwähnt. Er nimmt im besagten Jahr im Gefolge des Bischofs Bruno II. von Meißen an einer Kapellenweihe in Schwerta bei Mügeln teil. Arnold und Aba von Radeberg haben zwei Söhne und eine Tochter. Thimo und sein jüngerer Bruder Arnold sitzen als Ritter auf Radeberg, ihre Schwester Agnes lebt im Hospital von Meißen. Thimo schenkt diesem Hospital 1233 für das Seelenheil seiner verstorbenen Eltern und Großeltern sein Eigengut Gröbern. Im August 1233 findet auf dem Colmberg bei Oschatz das Landesthing statt, wo Thimo und Arnold von Radeberg den Weinberg „Rodewanesberch“ dem Markgrafen Heinrich (dem Erlauchten) von Meißen auflassen, von dem sie das Gut zu Lehen hatten. Heinrich schenkt den Weinberg dem Kreuzkloster bei Meißen.

Im November 1235 gibt Thimo an seinen Lehnsherren den Burggrafen Meinherr II. von Meißen sein Lehen in Reichenberg (4 Hufen Land) zurück, das dieser seinerseits dem Markgrafen auflässt. Markgraf Heinrich schenkt dieses Land der St. Afrakirche in Meißen. 1242 steht Thimo von Radeberg als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs Conrad von Meißen, gleich hinter dem Burggrafen von Meißen. Dieser Umstand zeigt, dass Thimo offenbar einer der größten und wichtigsten Vasallen des Burggrafen von Meißen war. Thimo von Radeberg gilt als Gründer von Thiemendorf und sein Bruder Arnold als Gründer von Arnsdorf. Im Thüringer Erbfolgekrieg scheinen Thimo und Arnold zwischen 1260 und 63 gefallen zu sein. Mit ihnen stirbt die Radeberger Linie aus, denn bereits 1267 sitzt ein Melchior von Schönfeld auf Radeberg. Von da an gibt es nur noch eine Oberlausitzer Linie der Ritter von Radeberg, die noch bis ins 15. Jahrhundert Bestand hatte. Um 1280 ist ein Apetz von Radeberg, Münzmeister in Görlitz. 1308 / 09 wird Heinrich von Radeberg von den Herren Heinrich und Wittig von Kamenz mit den Rechten am Durchgangszoll in Görlitz belehnt. 1314 übernimmt Heinrichs Sohn Gunzelin von Radeberg diese Zollrechte. Zuletzt wird 1420 ein Heinrich von Radeberg zu Thiemendorf genannt. Danach scheint das Rittergeschlecht erloschen zu sein.

Die Burg in Radeberg (Klippenstein) wurde im 13. Jh. errichtet. Baubeginn war um 1200. Ein günstig gelegenes Felsplateau wurde gerodet und von einer doppelten Wallanlage mit Wassergräben umgeben, wobei man die natürlichen Wasserläufe der Umgebung nutzte. In der ersten Zeit hatte man die Baustelle sicher durch eine hölzerne Palisade gesichert, aber man war von Anfang an in der Lage eine Burg aus Stein zu errichten. Das Baumaterial konnte man dabei direkt vor Ort vom Felsplateau entnehmen. Das war ein glücklicher Umstand, denn Stein kostete normalerweise Unsummen an Geld. So entstand dort mit der Zeit ein mächtiger Wohnturm mit 5 Stockwerken im Südwesten und eine 2 m dicke Umfassungsmauer, die den dreieckigen Burghof umgab. Die Wirtschaftsgebäude waren sicherlich aus Holz. Heute steht an dieser Stelle das Schloss Klippenstein. Der Sage nach soll die Burg auf einem zerbrochenen Rad entstanden sein, was durch das Wappen der Ritter von Radeberg zum Ausdruck kommt.

Text: Ralf Jung

Die Herren von Colditz

Die Herren von Colditz haben ihren Ursprung in einem Ministerialengeschlecht, dass wahrscheinlich bereits kurz nach der Errichtung des Burgwartes Colditz im Pleißenland mit dessen Verwaltung betraut wurde und sich nach diesem Sitz benannte. Als Graf Wiprecht von Groitzsch unter anderem Besitzer des Burgwartes Colditz wurde, hatte er vermutlich die dort ansässigen Ministerialen mit übernommen, was damals so üblich gewesen ist und den Status der Unfreiheit der Ministerialen deutlich zum Ausdruck brachte. Unter Wiprechts Herrschaft taucht auch der erste urkundlich nachweisbare Ritter von Colditz auf, der 1103 in einer Urkunde des Bischofs Walram von Naumburg mit als Zeuge genannt wird. Hinter Graf Wiprecht und seinem gleichnamigen Sohn taucht Boppo von Colditz in der Zeugenliste auf, der offensichtlich seinen Herren begleitete. Noch in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erwirbt der Staufer Friedrich III. (I.) von Schwaben die pleißenländischen Besitzungen, die ehemals dem Hause Groitzsch angehörten, sodass die Ritter von Colditz nun dem Dienstmannenverband der Staufer angehörten. Sie waren immer noch persönlich völlig unfrei, wirtschaftlich aber bereits selbständig.

Als Friedrich III. (I.) 1152 zum König gewählt und kurz darauf 1155 zum Kaiser gekrönt wird, sollte das auch für das Pleißenland und die dort ansässigen Ministerialen weitreichende Folgen haben. 1158 übergibt Kaiser Friedrich I. von Schwaben seine pleißenländischen Besitzungen dem Reich, im Austausch mit anderen Gütern und gründet so das pleißenländische Reichsterritorium. So werden auch die Ministerialen ans Reich übertragen und sind von nun an Reichsministeriale, die das Privileg genießen, direkt dem König und Kaiser unterstellt zu sein. In der damaligen Gesellschaft nehmen die Reichsministerialen ihren Platz zwischen dem alten Uradel und den übrigen Ministerialen ein - sie sind gesellschaftlich aufgestiegen.

So wurde nun auch Thimo I. von Colditz 1158 zusammen mit seinen Kindern zum Reichsministerialen erhoben. Als seine Söhne werden 1188 Ulrich I. und 1198 HEINRICH I. genannt. Heinrich I. soll 1197 im Gefolge Dietrich des Bedrängten am deutschen Kreuzzug teilgenommen haben und ist mit diesem auch wieder in die Heimat zurückgekehrt. 1198 übernahm Heinrich I. die Herrschaft über Colditz, im selben Jahr, indem Graf Dietrich sein Erbe die Markgrafschaft Meißen mit Waffengewalt für sich einforderte und von König Philipp bestätigt bekam. Heinrich ist in der folgenden Zeit immer wieder im Gefolge Markgraf Dietrichs anzutreffen. Verheiratet war Heinrich mit Adelheid I., deren Herkunft leider unbekannt ist. Von 1208 bis zu seinem Tode um 1215 war Heinrich I. von Colditz durch kaiserliche Gnade Landrichter des Pleißenlandes, was dem Geschlecht von Colditz einen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg und mehr Vermögen einbrachte. Sein Sohn Volrad I. ist von 1215 – 1266 nachweisbar und hat zwischen 1248 – 66 das Amt seines Vaters als Landrichter inne. Thimo II. von Colditz, der als Bruder Heinrich I. angenommen wird, ist Kaplan und ab 1224 bis zu seinem Tod 1239 sogar Abt des Klosters Pegau. Als Abt lässt Thimo II. auch Münzen prägen. (siehe Bild) Neben Volrad I. hatten Heinrich I. und Adelheid noch 4 weiter Kinder. Theoderich I. der bereits 1215 mit seinem Vater starb, Thimo III. der zwischen 1215 und 1263 die Nachfolge als Herr von Colditz antrat, Ulrich II. und Bertha, die spätestens ab 1232 mit dem Ritter Eckbert III. von Wolfenbüttel – Asseburg, dem Sohn des Reichstruchsesses Günzel I. von Wolfenbüttel, verheiratet war und 1253 verstarb.

Die gesamte Genealogie der Colditzer hier aufführen zu wollen, würde den Rahmen sprengen, sodass ich mich im Folgenden nur auf einige weitere Vertreter des Geschlechtes beziehen werde. Zum Ende des 13. Jahrhunderts hin erweitern sich die Colditzer um 2 Nebenlinien. Neben der Hauptlinie Colditz werden nun auch die Nebenlinien Breitenhain und Wolkenburg genannt. Durch kluge Heiratspolitik, Erwerb von Ämtern und Privilegien, sowie Vermehrung von Vermögen und Ländereien, sind die Herren von Colditz um 1300 entgültig in den unteren Schichten des Hochadels angekommen. Von Herren edelfreier Herkunft und Grafen werden sie als ebenbürtig anerkannt. Heinrich IV. von Colditz (1302 – 1340) heiratet eine Tochter aus dem Haus der Burggrafen von Leisnig. Jutta von Breitenhain heiratet um 1270 Graf Heinrich IV. aus dem Hause Stollberg. Ulrich IV. (1276 – 1316) wird Bischof von Naumburg und Witego I. (1303 – 1342) wird Bischof von Meißen.

Zwei der bedeutensten Vertreter derer von Colditz waren Thimo VII. (1338 – 1363), der mit Bertha II. von Wildenfels verheiratet war und Thimo VIII. (1338 – 1383), dessen Gemahlin Anna I. von Kittlitz war. Thimo der VII. war Marschall des Markgrafen Friedrich des Strengen von Meißen. Thimo VIII. war Kammermeister Kaiser Karls und wurde von diesem außerdem noch mit der Hauptmannschaft (Amt eines Landvogtes) in der Oberlausitz belehnt.

Die letzten Vertreter des Geschlechtes sind Thimo XIII. von Colditz, der mit Margaretha von Wartemberg verheiratet war und im Jahre 1508 starb, sowie seine Schwester Johanna von Colditz, die mit Burggraf Georg von Leisnig verheiratet war und im Jahre 1513 starb. Die Besitzungen der Colditzer fielen an die Wettiner. Bis zu ihrem Aussterben Anfang des 16. Jahrhunderts hatten es die Herren von Colditz geschafft, sich durch Wahrung der Reichsunmittelbarkeit seit 1158 und dem Ausbau ihrer Besitzungen zu einer Gerichtsherrschaft mit allen landesherrlichen Befugnissen im Spätmittelalter fest in den unteren Schichten des Hochadels zu verankern, obwohl ihre Vorfahren einst unfreie Ministeriale waren.

Text: Ralf Jung

Quelle: „Die Herren von Colditz und ihre Herrschaft“ von Kurt Truöl aus Bautzen (1913)

Das Geschlecht von Schönberg

Das meißnische Rittergeschlecht von Schönberg lässt sich auf die Ministerialen dieses Namens der Bischöfe von Naumburg zurückführen. Eine Verwandtschaft mit den edelfrei geborenen Herren von Schönberg, die auch als Ahnen der Schönburger angenommen werden, ist nicht auszuschließen, da es im Hochmittelalter durchaus nicht selten war, das edelfreie Herren Dienstleute von Bischöfen wurden (Herabsinken in den Niederadel). In Urkunden des Bischofs von Naumburg 1166 und 1187 werden die Ministerialen Volkmar und Hugo de Sconenberc genannt. Aus der Urkunde von 1187 geht hervor, dass Hugo von Schönberg fünf Söhne und zwei Töchter hat, sowie das seine Frau Walburg heißt. Zu deren Gunsten verfügt Hugo über zahlreiche Lehen verschiedener Lehnsherren und beachtlichen Eigenbesitz. Bedeutende Lehnsherren des Hugo von Schönberg sind die Markgrafen und die Burggrafen von Meißen. Hugos ältester Sohn Hugo II. scheint auf der Rudelsburg gesessen zu haben, denn er erscheint in Urkunden mal als Hugo von Rudelsburg, mal als Hugo von Schönberg. Stammsitz sowohl der edelfreien Herren, als auch der Ministerialen von Schönberg war die Veste Schönberg an der Saale, nordöstlich von Naumburg (wahrscheinlich das heutige Schönburg). Die Rudelsburg (Bad Kösen) liegt hingegen südlich von Naumburg. Schönberg war eine Burg der Bischöfe, wogegen die Rudelsburg den Wettinern gehörte.

Im 13. Jh. treten die Schönbergs im Osterland nur noch vereinzelt auf, denn der Hauptteil des Geschlechtes siedelt nun vor allem in der Mark Meißen. Der Hauptbesitz in der Mark war zunächst Rothschönberg und Zschochau, aber seit dem 14. Jh. kamen noch Sachsenburg, Purschenstein, Reinsberg, Stollberg und Pulsnitz hinzu. Viele Besitzungen waren Lehen der Markgrafen und der Burggrafen von Meißen. 1254 wird ein DIETRICH (GENANNT TUTO) VON SCHÖNBERG als Gefolgsmann des Markgrafen Heinrich des Erlauchten von Meißen genannt, leider ohne weitere Angaben. Zum Zisterzienserkloster Altzella zeigen die Schönbergs eine enge Verbundenheit, da dieses Kloster wohl zur Hauptgrablege des Geschlechts erkoren wurde.

Im Spätmittelalter und der Neuzeit prägten die Schönbergs mit ihrem Wirken das Gesicht und die Geschichte Sachsens. Sie begleiteten hohe Ämter als Ritter, Räte, Hofmeister, Marschälle, Berghauptleute, Minister und Kammerherren im Dienste der Markgrafen von Meißen und der Herzöge, Kurfürsten und Könige von Sachsen. Sie wurden so zu einer sächsischen Institution, bis sie 1945 gewaltsam enteignet, inhaftiert und aus Sachsen vertrieben wurden. Wir freuen uns, dass sie nach der Wendezeit 1989 wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die ausführliche Geschichte der Familie ist auf der Homepage des VON SCHÖNBERG`SCHEN FAMILIENVERBANDES nachzulesen (siehe Link).

Zum Schluss seien noch bedeutende Vertreter der Familie genannt:

Caspar von S. (1451 – 1463) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1463 – 1476) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1481 – 1492) Bischof von Naumburg
Johann von S. (1492 – 1517) Bischof von Naumburg
Nikolaus von S. (1472 – 1537) Kardinal in Rom und Erzbischof von Capua
Mit Wolf von S. (1518 – 1584) beginnt die fast 200 Jahre dauernde Tätigkeit der Schönbergs als Oberberghauptleute des Erzgebirges in Freiberg. Abraham von S. (1640 – 1711) gilt als der bedeutendste dieser Oberberghauptleute.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.familie-von-schoenberg.de, sowie www.dirkpeters.net

Die Ritter von Erdmannsdorf

Wie immer gibt es zu den Anfängen des Geschlechtes unterschiedliche Angaben. Der Website zur Vorfahrensuche zu folge, soll der 1206 genannte WERNER VON ERDMANNSDORF von einem Heinrich von E. abstammen. Die Heimatseite von Erdmannsdorf sagt aber, dass Dorf und Burg nicht auf einen Heinrich, sondern auf einen Werner zurückgehen, der somit der 1. Ritter von Erdmannsdorf sein muss. Sollte Heinrich dessen Vater sein, so lebte der um 1100 und trug noch nicht den Namen Erdmannsdorf. Ich habe den Beginn des Geschlechtes somit wie folgt angenommen.

Das Dorf Erdmannsdorf wurde zwischen 1150 und 1160 im Zuge der Besiedlung des erzgebirgischen Dunkelwaldes mit Kirche angelegt. Die Burg geht auf einen Werner zurück, der diese um 1160 bei Erdmannsdorf errichten lässt. Er ist auch der Erbauer der Burg „Nidberc“ bei Zöblitz noch vor 1162. Bei den beiden Burgen kann es sich nur um Turmhügelburgen gehandelt haben, die in relativ kurzer Bauzeit aus dem Holz der Rodungsflächen erbaut werden konnten. Werner I. von Erdmannsdorf wurde wahrscheinlich zwischen 1135 – 40 geboren und errichtete zusammen mit seinen Siedlern eine Rodeherrschaft in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schellenbergern. Er gilt wie bereits erwähnt als Erbauer der Burgen „Nidberc“ und „Erdmannsdorf“ und könnte bis 1190 gelebt haben. Sein gleichnamiger Sohn Werner II. von Erdmannsdorf wurde vermutlich um 1160 - 70 geboren und erschient 1196 als Zeuge in einer Naumburger Urkunde. 1206 steht Werner II. in der Zeugenliste der Ersterwähnungsurkunde von Dresden. Er könnte bis etwa 1220 gelebt haben und wurde als Reichsministerialer bezeichnet. Sein Sohn Werner III. könnte um 1200 geboren sein und starb nach 1254. Er war ein Rat des Markgrafen von Meißen und erscheint1232 und 1234 in Urkunden des Markgrafen, sowie 1240 als Zeuge in einer Schenkungsurkunde des Burggrafen Meinherr II. von Meißen, dem Herren von Hartenstein, an das Kloster Grünhain.

Sein Sohn Johannes I. starb nach 1289, wurde vermutlich um 1230 geboren und war mit Benedicte (Haus unbekannt) verheiratet, die nach 1293 starb. Deren Sohn Johannes II. starb nach 1296 und war mit Sophie (Haus unbekannt) verheiratet, die nach 1299 starb. Von nun an werden die Erdmannsdorfer nicht mehr als Reichsministeriale, sondern als Ritter bezeichnet, da sie nun anscheinend zum Dienstmannenverband der Markgrafen von Meißen gehören.

Johannes III. von Erdmannsdorf starb nach 1304 und dessen Sohn Werner IV. nach 1343. Sein Nachkomme Joachim von Erdmannsdorf, der nach 1364 starb, wurde 1358 Vogt von Freiberg und saß auf Mulda. Sein Sohn Nickel starb 1428 und war Vogt von Torgau. Er saß auf Klein Stolpen und Gatzen. Nickel hatte 3 Kinder: Heinrich (Henze), Katharina und Mennel. Über Mennel gibt es keine Angaben. Katharina starb nach 1479 und war mit Hans von Schönfeld (1400 – 1451) verheiratet.

Heinrich von Erdmannsdorf starb nach 1466 und war mit einer Tochter aus dem Hause von Reineck verheiratet, deren Vorname leider nicht bekannt ist. Heinrich war Herr auf Gruna, dass er 1434 verkaufte. 1454 weilte Heinrich in Preußen. Seine Tochter Barbara von Erdmannsdorf wurde um 1420 geboren und heiratete 1435 / 40 Nickel Pflugk (um 1410 – 1469).

Einer der berühmtesten Vertreter des Hauses Erdmannsdorf ist wohl Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf (1736 – 1800). Er war Philosoph, Architekt und Begründer des Klassizismus in Deutschland. 1765 vermählt sich der kurfürstlich sächsische Kammerherr Carl Friedrich von Erdmannsdorf mit Charlotte Sophia von der Sahla und gelangt so in den Besitz der Herrschaft Schönfeld, die sich zu diesem Zeitpunkt in den Händen derer von Sahla befand. Damit wird die Familie von Erdmannsdorf für mehrere Generationen zu Grund- und Gerichtsherren von Schönfeld. Das Geschlecht von Erdmannsdorf gehört daher zu den Adelsfamilien, die nicht ausstarben.

Text: Ralf Jung

Quellen:Ahnengeschichte von Schönfeld
Ersterwähnungsurkunde von Dresden 1206
Schenkungsurkunde Burggraf Meinherr II. von Meißen 1240
Geschichte von Erdmannsdorf

Heinrich Roßmargk

HEINRICH war ein Bürger aus Zwickau der vermutlich aus den etwas besseren Kreisen der Stadt stammte. Heinrich lebte in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde wahrscheinlich um 1250 geboren. Bis 1278 trägt er von Burggraf Meinherr III. von Meißen Güter in Hohendorf zu Lehen. Diese werden zurückgegeben und Meinherr III. schenkt sie 1278 dem Kloster Grünhain.

Heinrich war somit ein sogenannter „Einschildritter“ im Dienste seines Lehnsherren und damit Inhaber des 7. Heerschildes (siehe Heerschildordnung Sachsenspiegel). Der 7. Heerschild bezeichnete freie Vasallen, die nicht mehr dem Adel angehörten und nur noch Lehen empfangen aber nicht mehr weiter verleihen durften. Weiterhin waren diese Lehen nicht vererbbar, d.h. diese Lehnsmänner waren nur noch passiv lehnsfähig.

Von Heinrich wissen wir nur durch die Urkunde des Burggrafen von Meißen aus dem Jahr 1278.

Text: Ralf Jung

Bürgerwappen kamen erst später auf.

Die Herren von Waldenburg

Die Herren von Waldenburg stammen vom Haus Wartha ab, dessen Stammsitz bei Naumburg liegt. Das Haus Wartha scheint ein edelfreies Herrengeschlecht zu sein dessen Ursprung ich nicht genau kenne. Fakt ist, dass die Herren von Wartha ihren Heimatraum verlassen und zwischen 1165 und 1175 südöstlich von Altenburg eine neue Herrschaft gründen und die Burg Waldenburg erbauen. Seit dem letzten Quartal des 12. Jahrhunderts nennen sich die Herren von Wartha nun nach ihrem neuen Sitz von Waldenburg. Als namentlicher Erbauer der Waldenburg gilt dabei Hugo von Wartha, der zwischen 1172 und 1199 bezeugt ist und außerdem das Amt des pleißenländischen Landrichters inne hatte. 1205 taucht ein Heinrich von Wartha in einer Urkunde als Burgmann der Burggrafen von Meißen auf. Ob er Hugos Bruder oder Sohn ist, ist unbekannt.

Um 1200 erweiterten die Herren von Waldenburg ihr Herrschaftsgebiet um Wolkenstein und Greifenstein und schließlich noch 1250 um Scharfenstein. Als Sohn Hugos gilt Konrad von Wartha – Waldenburg, der nach 1216 verstarb. Dessen Sohn Hugo von Waldenburg (vor 1216 – 1262) wird 1241 als Ritter und 1254 als Vogt des Klosters Remse bezeichnet.

ISENGARD VON WALDENBURG wurde vermutlich um 1180 / 85 geboren und verstarb zwischen 1224 – 42. Sie könnte damit die Tochter Hugos von Wartha gewesen sein, was aber nicht bewiesen ist. Isengard war 1209 mit dem Vogt Heinrich V. von Reichenbach – Greiz aus dem Hause Reuß verheiratet, die Ehe blieb aber kinderlos.

Um 1300 gelangte die Herrschaft Rabenstein, die mit der Vogtei über das Kloster Chemnitz und mit der Gerichtsbarkeit über die Stadt Chemnitz verbunden war, in die Hand der Waldenburger. Zu dieser Zeit lebte Anarg von Waldenburg – Wolkenstein (1254 – 1317), der mit Adelheid von Plauen, einer Großnichte von Isengard verheiratet war. Die Herrschaft Rabenstein mit den Vogteirechten stellte eine wichtige Verbindung zwischen dem Stammsitz Waldenburg und den Besitzungen im oberen Zschopautal dar. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatten sich die Waldenburger durch die Schaffung eines abgeschlossenen Herrschaftsgebietes zu ökonomisch und politisch einflussreichen Feudalherren entwickelt. Die Kinder Anargs sind Kunigunde von Wolkenstein (vor 1300 – nach 1322), die mit Heinrich III. von Wildenfels verheiratet war und Heinrich von Wolkenstein (1301 – 1343), der mit Euphemia (Haus unbekannt) verheiratet war.

Text: Ralf Jung

Die Vögte von Freiberg

Über die Vögte von Freiberg gibt es zur Zeit so gut wie keine Daten. Das nun Folgende ist also mehr als ein Rekonstruktionsversuch der Lebensdaten zu verstehen.

Im Jahr 1173 wurde mit dem Bau einer Burg begonnen, um die Silberproduktion der im Entstehen befindlichen Stadt Freiberg abzusichern und zu überwachen. Markgraf Otto von Meißen, den man später den Reichen nennen sollte, setzt auf dieser Burg um 1175 einen seiner ministerialen Ritter als Vogt ein. Von welchem Geschlecht der Ministeriale abstammt ist leider nicht zu ermitteln. Fakt ist, dass sich dieser Vogt, Heinrich von Freiberg nennt und wohl um 1150 geboren wurde. Dem Vogt unterstanden der Münzmeister, der Bergmeister und die Zehnter (Steuereintreiber). Vogt Heinrich wird wohl bis ca. 1210 gelebt haben und hatte mit seiner Gemahlin, die ebenfalls unbekannt ist, mindestens eine Tochter gezeugt.

KUNIGUNDE VON FREIBERG wurde wahrscheinlich zwischen 1190 und 1200 geboren und heiratete um 1210 den Ritter Ulrich (genannt der Ältere) von Maltitz, der auch ein Ministerialer des Markgrafen war und Besitzungen bei Freiberg hatte. Unklar ist, ob er diese Besitzungen durch die Heirat mit Kunigunde erwarb, oder ob er sie bereits vorher schon besaß. Ulrich wurde vermutlich um 1180 / 90 geboren, war 1224 in Nürnberg am Hofe König Heinrich VII. anwesend, begab sich 1227 auf bewaffnete Kreuzfahrt und wurde noch zwischen 1241 und 1244 im Gefolge Markgraf Heinrich des Erlauchten genannt. Um 1245 scheint er gestorben zu sein. Sein gleichnamiger Sohn Ulrich (genannt der Jüngere) wurde um 1210 / 20 geboren und heiratete 1241 Brigitte von Honsberg. Kunigunde von Freiberg könnte durchaus bis 1250 gelebt haben, wofür es aber keine Belege gibt.

Urkunden der Stadt Freiberg nennen weitere Vertreter der Vögte von Freiberg. 1223 überträgt ein Ripert, Vogt zu Freiberg, 2 Hofstätten mit einem Jahreszins von 10 Solidi dem Kloster Riesa. Mit ihm wird sein Sohn Heinrich genannt. 1227 ist Heinrich der Vogt von Freiberg und bestimmt dem Hospital zu Freiberg einige seiner Einkünfte zur Speisung von 5 Armen (eine Spende zu wohltätigen Zwecken). Sein gleichnamiger Sohn Heinrich wird in dieser Urkunde ebenfalls erwähnt. 1230 urkundet ein Ripert in Freiberg, der sich Ritter und Bürger zu Freiberg und Sohn des Vogtes Ripert nennt. Er scheint damit ein Bruder des Vogtes Heinrich zu sein, der hier als Zeuge auftritt. 1241 wird ein Matheus als Vogt genannt. Ob es sich dabei um den Vogt von Freiberg handelte ist unklar. 1255 tritt Nicolaus, Vogt von Freiberg als Zeuge in zwei Urkunden des Markgrafen von Meißen auf.

Für die 2. Hälfte des 13. Jh. ist in den Freiberger Urkunden kein Vogt von Freiberg mehr nachweisbar. Entweder hatte der Markgraf dieses Amt abgeschafft und die Vögte von Freiberg sind im Patriziat der Stadt aufgegangen, oder die Vögte haben einfach nur nicht mehr als Zeugen unterschrieben. Angesichts der Bedeutung mancher Urkunden für Freiberg und der Anzahl der Zeugen, ist dies aber unwahrscheinlich.

Es gab auch noch im 15. Jh. Vertreter des Namens von Freiberg. Nachweislich gab es eine Barbara von Freiberg, die in der 1. Hälfte des 15. Jh. lebte und mit Hans II. von Oppen (um 1400 – 1453) verheiratet war. Ob es sich dabei um eine Nachfahrin der Vögte von Freiberg handelte ist nicht bekannt. Ein Wappen konnte ich bis jetzt noch nicht ausfindig machen (ich bin für jede Hilfe dankbar).

Text: Ralf Jung
Quellen: Urkunden der Stadt Freiberg im 13. Jh.

Wappen der Ritter von Maltitz (für Kunigunde als Frau von Maltitz)

Die Herren von Rosenberg

Die Rosenberger sind ein Zweig der Familie von Prčice (von Purschitz), die auf Vitek I. (Witigo) von Purschitz (1120 – 1194) zurückgeht. Unter seinen 4 Söhnen teilte sich die Familie in die Zweige Krumau (Krumlov), Rosenberg, Hradec/Neuhaus und Landstein (Landštejn und Třeboň). Seine Tochter Sezema (Sezima) begründete den Zweig der Herren von Sezimovo Ústí.

Die Grundlage für den raschen politischen und wirtschaftlichen Aufstieg legte Vitek I. als Gefolgsmann der Premysliden. Sein Sohn Vitek III. errichtete die Burg Rožmberk (deutsch = Rosenberg) an der Moldau um ca. 1250, nach der sich die Familie nannte. Dessen Tochter MABILIA VON ROSENBERG heiratete Bernhard II. von Vesta-Kamenz.

Die große Herrschaft Kamenz in der westlichen Oberlausitz war nach dem Tod Bernhards II. von Vesta, der sich nach seinem neuen Besitztum von Kamenz nannte, an seine drei Söhne Vitek, Bernhard und Bernhard gefallen. Diese gründeten 1248 zusammen mit ihrer Mutter das Zisterzienserinnenkloster Sankt Marienstern und statteten es reich mit Grundbesitz aus. Mabilia war vermutlich die erste Äbtissin des Klosters. Von den drei Brüdern hatte der ältere Bernhard (III.) die Klosterstiftung ganz besonders betrieben, und ALL SEIN ERERBTES GUT, BEWEGLICHES UND UNBEWEGLICHES, dem Kloster geschenkt. Seit 1264 weilte er als Geistlicher am Hof des Herzogs von Schlesien und war in Breslau dessen Kanzler. Er unternahm zwei Italienreisen zum Papst. Seit 1293 war er Bischof von Meißen und sorgte für den Schutz des Klosters. Er blieb bis zu seinem Tod dessen umsichtiger Berater und Schützer, so dass er schon wenige Jahre nach der Gründung mit Recht als der eigentliche Stifter von Marienstern bezeichnet wurde.

Die Nachfolger erwarben bedeutende Landes- und Kirchenämter sowie große Besitzungen vor allem in Süd- und Westböhmen. Nicht nur ihre politischen Absichten, sondern auch ihre verwandtschaftlichen Verbindungen zu österreichischen und deutschen Adelsgeschlechtern verbanden die Rosenberger mit der Reichspolitik. Zum politischen und kulturellen Zentrum ihres Besitzes wurde seit dem 14. Jh. Krumau. Im 14. und 15. Jh. standen die Rosenberger häufig an der Spitze der Adelsopposition gegen die herrschende Dynastie der Luxemburger; bis ins 16. Jh. bewahrten die Rosenberger ihre bedeutende Stellung. 1611 starben sie aus.

Die Vögte von Weida, Gera und Plauen

Die Ahnenreihe beginnt mit dem Ministerialen Erkenbert I. von Weida (vor 1100 – 1143), der 1122 als Zeuge in der Stiftungsurkunde der Kirche zu Plauen auftaucht. Er soll mit Jordane von Gleissberg verheiratet gewesen sein und hatte zwei Söhne, Erkenbert II. und Heinrich I. von Weida. Erkenbert II. (gest. nach 1143) scheint jung und kinderlos gestorben zu sein, da es über ihn keinerlei Angaben gibt. Heinrich I. „der Sachse“ von Weida (um 1122 – 1193) ist Herr zu Thiensberg und Weida und ist eine wichtige Stütze Herzog Heinrich des Löwen. Heinrich I. fällt 1180 vom Herzog ab und wird von Kaiser Friedrich „Barbarosa“ zum Vogt im Vogtland und westlichen Pleißenland ernannt. Heinrich I. gewinnt für sein Haus den Dubnagau mit Plauen und Elsterberg dazu, baut Weida zum ersten Machtzentrum aus und steht als Reichsritter bei verschiedenen Kämpfen an der Spitze kaiserlicher Aufgebote. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Juliane von Schwarzburg, seine zweite Frau Leukarde (Lukardis) von Lauterburg, mit der er seinen Sohn Heinrich II. zeugte.

Heinrich II. „der Reiche“ von Weida (1164 – 1209) war mit Bertha von Andechs verheiratet, hatte mit ihr drei Söhne und herrschte über ein riesiges Gebiet. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich über Weida, Gera, Plauen, Greiz, Mylau, Ronneburg und die Vogtei Schmölln. Seine Lehnsherren waren Kaiser Heinrich VI., die Erzbischöfe von Mainz, Naumburg und Bamberg, der Landgraf von Thüringen und die Abtei Quedlinburg. Heinrich II. stiftete das Kloster Mildenfurth als Hauskloster seiner Familie und förderte die deutsche Besiedlung im Vogtland. Durch die Rodungstätigkeiten der Siedler baute er seinen Allodialbesitz weiter aus. 1192 weilt er am kaiserlichen Hof in Magdeburg und wird als Reichsministerialer und Marschall bezeichnet. Aus Dankbarkeit zu Kaiser Heinrich VI., in dessen Gunst er stand, begründet Vogt Heinrich II. die Tradition seines Hauses, alle männlichen Nachkommen Heinrich zu nennen.

Nach seinem Tod wird der große Herrschaftsbereich unter seinen drei Söhnen aufgeteilt. Heinrich III. (1209 – 1219 ; Regierungszeit) wird Vogt von Weida – Ronneburg und erhält weiterhin Werdau, Auerbach und andere Orte. Heinrich IV. (1209 – 1238; Regierungszeit) wird Vogt von Plauen – Gera und der jüngste der Brüder, HEINRICH V. (1209 – 1240; Regierungszeit) wird Vogt von Reichenbach – Greiz. Heinrich V. besaß außerdem Langenreinsdorf. Er war mit Isengard von Waldenburg (um 1180 – 1224/42) verheiratet, die Ehe blieb aber kinderlos. Nach seinem Tod 1240 fiel der Besitz an die Linie Plauen – Gera.

Heinrich III. von Weida – Ronneburg trat 1219 von seiner Machtausübung zurück und in den Deutschen Orden ein. Er übergab seinen Herrschaftsbereich seinem Sohn Heinrich VI. (1219 – 1255), der im Laufe seiner Herrschaft viele Fehden führte und 1254 ein Schutzbündnis mit den Wettinern eingehen musste. Heinrich VI. war mit Heilika von Hardegg verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn. Heinrich VII. von Weida – Ronneburg (1255 – 1262) wurde 1257 zum Landrichter des Egerlandes ernannt.

Heinrich IV. von Plauen – Gera war mit Jutta von Altenburg (um 1200 – 1268) verheiratet und erhielt dadurch auch Voigtsberg und Ölsnitz. Er hielt es aber wie sein älterer Bruder, dankte 1238 ab und trat in den Deutschen Orden ein. Das Gebiet Heinrich IV. wurde unter seinen Söhnen aufgeteilt, die sich nun Heinrich I. Vogt von Gera (1238 – 1274) und Heinrich I. Vogt von Plauen (1238 – 1303) nannten. Heinrich I. Vogt von Plauen erhielt 1240 Greiz aus dem Besitz seines verstorbenen Onkels Heinrich V. Vogt von Reichenbach – Greiz.

An dieser Stelle möchte ich die Ahnenreihe aus Platzgründen unterbrechen. Im Spätmittelalter erleben die Vögte von Weida, Gera und Plauen einen zunehmenden Machtverfall. Die Linie Weida stirbt 1531 aus, die Linie Gera 1550. Die ältere Linie Plauen endet 1572 und nur die jüngere Linie Plauen bleibt bestehen. Diese Linie regiert in den ostthüringischen Gebieten als Grafen, später dann als Fürsten von Reuß bis 1918. Die Nachkommen aus dem Hause Reuß existieren heute noch.

Text: Ralf Jung

Quellen:dirkpeters.net
wikipedia.org
geneaolgie- mittelalter.de

Die Ritter und Herren von Zehmen

Über das ursächsische Adelsgeschlecht von Zehmen gibt es ab etwa der Mitte des 14. Jh. eine ganze Reihe von Informationen. Leider kann man das über die Anfangszeit im 12. und 13. Jh. überhaupt nicht sagen. Bisher fand ich nur in der Ersterwähnungsurkunde von Dresden 1206 einen Hinweis auf dieses Rittergeschlecht.

Als 1. Ritter der sich von Zehmen nennt, tritt uns Friedrich von Zehmen entgegen (1206 Zeuge in oben genannter Urkunde), der als Reichsministerialer mit Sitz südöstlich von Leipzig bezeichnet wird. Möglicherweise lebte Friedrich zwischen 1180 und 1230, was aber nicht belegt ist. Auch über seine Gemahlin und seine Kinder ist nichts bekannt.

Text: Ralf Jung

Quellen: dirkpeters.net

Die Ritter von Schlegel

Zwischen 1200 und 1244 wird in der Grafschaft Brehna ein Ulrich von Schlegel als Ritter und Ministerialer der Grafen von Brehna genannt. Sein Wappen zeigt einen Schlegel (Teil eines Bergmannsgezähes) auf rotem Grund.

1231 wird er zusammen mit einem Heinrich von Schlegel in einer Urkunde erwähnt. Ob es sich dabei um Vater, Bruder oder Sohn handelt, ist unbekannt.

Text: Ralf Jung


Die Ritter von Schleinitz

Die Ritter von Schleinitz sind ein Geschlecht slawischer Abstammung, welches seinen Ursprung aus Österreich herleitet und noch in der 1. Hälfte des 11. Jh. nach Böhmen zieht. Dort taucht zuerst urkundlich 1184 ein Baron Ulrich von Schleinitz als Erbschenk unter Herzog Friedrich von Böhmen auf. Von ihm stammt wohl Gotebold von Schleinitz ab, der die meißnische Linie des Adelsgeschlechtes begründet, die um 1231 mit Gotebold von Schleinitz (Zlinicz) erstmals urkundlich erwähnt wird. Ihr Stammsitz befindet sich westlich von Meißen. Die Ritter von Schleinitz sind vorwiegend Vasallen der Markgrafen von Meißen, aber gerade im 13. und 14. Jh. auch Lehnsträger und Vertraute der Burggrafen von Meißen. Die genealogischen Daten des Geschlechtes reichen bis in unsere Zeit.

Gotebold lebte bis etwa 1250 und hatte einen Sohn, JOHANN VON SCHLEINITZ (um 1240 – 1290). Dessen Sohn hieß Hermann (um 1260 – vor 1312). Hermanns Sohn Heinrich (1290 – 1350) war mit Adelheid (Haus unbekannt) verheiratet, die vor 1371 starb. Heinrich ist markgräfl. Vasall und Rat, Ritter auf Schleinitz und Badersen und ein Vertrauter der Burggrafen Meinherr III. und Meinherr IV. von Meißen. Heinrich und Adelheid hatten 2 Söhne, Jehnichen und Ehrenfried.

Jehnichen (um 1310 – 1375) heiratete Sophie von Kauffungen (1330 – vor 1408), war Zeuge und Vertrauter der Burggrafen Meinherr IV. und Meinherr V. von Meißen und hatte Lehnsbesitz in Podebrede und Pichow. Sein Bruder Ehrenfried (1310 / 20 – 1388) war mit Elisabeth Truchseß von Borna (um 1330 - ?) verheiratet und war Ritter auf Hof und Schieritz. Ehrenfrieds Tochter Anna (um 1350 geb.) heiratete Nickel von Ende (um 1340 – nach 1403). Jehnichens Sohn hieß Jan von Schleinitz (um 1340 – nach 1408), der 2 mal verheiratet war. In 1. Ehe war er mit Margarethe von Schönberg verbunden, mit der er alle seine Kinder zeugte. Nach dem Ableben seiner Frau heiratete Jan Elisabeth von Heynitz, die 1412 starb. Jan war Ritter auf Schleinitz und Seerhausen und wurde zu St. Afra in Meißen bestattet. Die Söhne Jans hießen Heinrich (II.) und Hugold (II.). Heinrich II. (1390 / 1400 – 1466) heiratete Meuze (Mechthild) von Miltitz, wurde zwischen 1408 – 66 urkundlich erwähnt, war Ritter auf Schleinitz, Seerhausen, Dahlen und Saathain und wurde 1428 als kursächs. Hofmeister bezeichnet. Sein Bruder Hugold II. (1400 – 1441) heiratete Margarethe von Kauffungen (nach 1474 gest.), war kursächs. Geheimrat und saß als Ritter auf den selben Gütern. Hugold II. hatte 3 Kinder, die alle zwischen 1420 und 1440 geboren wurden. Margarethe wurde nach ihrer Mutter benannt, starb nach 1478 und war mit Bernhard von Schönberg (1476 gest.) verheiratet. Elisabeth war mit Nickel Pflugk (1482 gest.) verheiratet und starb nach 1484). Hugold III. von Schleinitz (1490 gest.) ehelichte Elisabeth von Schönberg (um 1440 – nach 1472), war kursächs. Oberhofmarschall und Rat, Ritter auf Schleinitz, Hof, Tollenstein, Schluckenau, Hamsbach und Kriebstein und wurde zu St. Afra in Meißen bestattet.

Hugold III. hatte 5 Kinder, Hugold IV., Brigitte, Elisabeth, Katharina und Margarethe. Hugold IV. (um 1460 – 1523) heiratete Margarethe von Seebach (um 1490 – 1569), eine entfernte Verwandte aus der noch folgenden Linie Heinrich (II.). Hugold IV. hatte 4 Kinder, Hans III., Ursula, Simon Juda und Anna. Hans III. von Schleinitz (1510 / 20 – 1572) hielt es wie sein Vater und heiratete eine seiner Urgroßcousinen – Ursula von Schleinitz (nach 1545 gest.). Er war kurfürstl. sächs. Rat und Rittmeister. Seine Tochter Magdalena (1614 gest.) heiratete Alexander von Miltitz (1535 – 1595). Hier enden zunächst die Informationen zur Linie Hugold II. und nur Simon Juda konnte den Namen Schleinitz weitertragen. Bei der Linie des Hofmeisters Heinrich II. sieht das anders aus. Er hatte 7 Kinder, Heinrich III., Georg I., Hans I., Metze, Margarethe, Fernicke und Jan II.

Heinrich III. (um 1420) war mit Elisabeth von Wolffersdorf verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter Anna, die Nicolaus von Spiegel zum Mann nahm. Georg I. (1430 – 1501) ehelichte Maria von Maltitz, war Ritter und hzgl. sächs. Rat und hatte 3 Kinder, Mechthild, Wolff und Katharina. Hans I. (1430 / 40 – 1486) hatte Magdalena Pflugk zur Gemahlin und einen Sohn Dietrich von Schleinitz (1460 – 1528), der Felicia von Schönberg heiratete. Deren Kinder hießen Georg II., Ursula (die Gemahlin Hans III.), Hans II. und Anna. Metze (1440 – nach 1482) heiratete Rudolf von Bünau, der 1486 starb. Margarethe (1440 – nach 1483) nahm Thilo III. von Seebach (vor 1428 – 1465) zum Mann. Ihr Sohn Jobst von Seebach (1498 gest.) heiratete Feliciane von Brandenstein (1450 / 60 – nach 1490). Deren Tochter Margarethe von Seebach (um 1490 – 1569) ist die bereits oben erwähnte Gemahlin Hugold IV. von Schleinitz. Fernicke (Euphemia) (1440 – nach 1485) war mit Nickel Pflugk (1476 gest.) – ist nicht der gleiche Nickel, der oben genannt wird – verheiratet. Jan II. von Schleinitz (um 1440) ist leider nur mit seinem Namen erwähnt. In der Linie Heinrich II. sind es damit immerhin noch 4 Männer, die den Namen Schleinitz weitertragen konnten.

Nachtrag:
1260 wird noch ein Konrad von Schleinitz erwähnt, der der Bruder von Johann gewesen sein muss und als Ritter auf der Burg Schieritz gesessen hat. Nach Konrad ging das Rittergut Schieritz an unterschiedliche Besitzer, bis es durch Georg II. 1549 wieder dauerhaft in den Besitz des Hauses Schleinitz überging. Vermutlich sein Bruder Hans II. ließ als Besitzer von Schieritz zwischen 1556 uns 1601 die alte Burg abreißen und das heutige Schloss Schieritz erbauen. Fast 300 Jahre lang waren die Ritter von Schleinitz Besitzer von Schloss und Gut Schieritz. Der ursprüngliche böhmische Zweig der Familie von Schleinitz wurde zum höheren Adel Böhmens gerechnet, obgleich 1337 die Erbschenkenwürde an die Familie von Wartemberg überging. Der deutsche Zweig gründete im 18. Jh. noch eine preußische und eine braunschweigische Linie. Die Ritter und Freiherren von Schleinitz sind damit nicht ausgestorben.

Text: Ralf Jung

Quelle:dirkpeters.net
www. diera-zehren.de

Die Ritter von Hirschfeld

Die Familie von Hirschfeld ist ein altes meißnisches Rittergeschlecht, welches vom Anfang des 13. Jh. bis ins 19. Jh. belegt ist. Der älteste mir bekannte Vertreter ist Heinrich von Hirschfeld, der 1220 als Burggraf von Görne bei Frankenberg genannt wird. Sein Sohn ist der markgräfliche Rat Reinhold von Hirschfeld, der nach 1274 stirbt. Dessen Sohn ist Arnold von Hirschfeld, der noch 1338 als Marschall des Markgrafen von Meißen bezeichnet wird. Arnold hatte eine Tochter Namens SOPHIE VON HIRSCHFELD, die vermutlich um 1280/90 geboren wurde und mit dem 1304 genannten Tizmann (Theodericus) von Bora, Herr auf Wendischbora verheiratet war. Aus dieser Verbindung ging Hans I. von Bora hervor, der noch vor 1403 starb.

Neben Reinhold, wird noch Reinhard von Hirschfeld (1240 – 1306) als Ritter und markgräflicher Rat genannt, dessen verwandtschaftliches Verhältnis zu Reinhold nicht bekannt ist. Reinhards Sohn Heinrich von H. (um 1270 – nach 1325) ist Ritter zu Otterwisch und tritt 1317 als Zeuge des Markgrafen von Meißen auf. Von ihm stammt Arnold von H. (um 1300 – 1341/48) ab, der als Ritter genannt wird. Arnolds Sohn Jeniko von H. (um 1325 – nach 1358) wird 1325, 48, 50 und 58 schriftlich erwähnt. Jenikos Sohn Jahn (um 1350 – 1408/22) war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Reinild von Wanzleben (1360 - ?) hatte Jahn einen Sohn Namens Heinrich von H. (vor 1411 – nach 1443), der seinerseits mit Margarethe von Remse verheiratet war und dessen Töchter Anna und Ilse (Elisabeth) in das Haus Schönberg ein heirateten.

Mit seiner zweiten Frau Adelheid von Schrapelau (um 1375 – 1468) hatte Jahn von Hirschfeld eine Tochter gezeugt, deren Vorname unbekannt ist. Sie wurde mit Rudolf Schenk von Saaleck und von Wiedebach (gest. nach 1410) verheiratet und schenkte Rudolf eine Tochter mit Namen Elisabeth (vor 1439 – nach 1463).

Wie in den meisten Fällen würde es hier zu weit führen, alle Familienmitglieder zu nennen. Der letzte mir bekannte Vertreter ist Moritz von Hirschfeld (1790 – 1859), der 1825 Jda von Kamptz (1801 – 1869) ehelichte.

Ob das Adelsgeschlecht von Hirschfeld ausgestorben ist oder nicht, ist mir nicht bekannt.

Text: Ralf Jung

Quelle: dirkpeters.net (Familienforschung)

Die Ritter von Honsberg

Laut Familienforschung beginnt die Ahnenreihe derer von Honsberg mit einem Ritter, dessen Vorname unbekannt ist. Er könnte Dietrich geheißen haben und wurde um 1180 geboren. Er hatte zwei Kinder Gerlach und Brigitte und starb im Jahre 1243. BRIGITTE VON HONSBERG (um 1215 - ?) war mit Ulrich von Maltitz (gest. nach 1236 – 68) verheiratet und hatte mit ihm 4 Kinder. Gerlach (um 1220 – nach 1243), dessen Gemahlin unbekannt ist hatte 2 Kinder, Dietrich und Sophie. Sophie von Honsberg (um 1250 - ?) heiratete um 1270 Heinrich Marschall von Gnandstein (um1230 – nach 1300) und hatte mit ihm einen Sohn, der nach seinem Vater Heinrich benannt wurde. Dietrich von Honsberg hatte eine Gemahlin Namens Jutta, die er um 1280 heiratete. Ihre Kinder heißen Kunigunde und Friedrich. Kunigunde (um 1290 – nach 1334/50) heiratete um 1310 den Ritter Reinhard von Reinsberg (um 1280 – um 1350) und hatte mit ihm 2 Söhne.

Friedrich von Honsberg (um 1280 – vor 1344) hatte einen Sohn, der nach seinem Großvater Dietrich benannt wurde. Dietrich (um 1310 – vor 1389) war mit Agnes (gest. nach 1377) verheiratet und hatte 3 Kinder. Anna (um 1350 - ?) heiratete Kaspar von Schönberg (vor 1366 – 1411). Ihre Schwester, deren Vorname unbekannt ist, heiratete Joachim von Heynitz (um 1325 – vor 1395). Nikolaus (um 1345 – nach 1413) hatte einen Sohn Namens Friedrich von Honsberg (um 1380 – 1449), der Elisabeth von Pflug (gest. nach 1427) heiratete.

Ihr Sohn Titze (Dietrich) von Honsberg (um 1415 – 1485) war mit Margarete von Schönberg verheiratet und hatte 2 Söhne. Hans von H. (um 1450 – nach 1520) war Ritter auf Schweta und heiratete Margarete von Lüttichau (um 1460 - ?). Ihre Tochter Katharina (gest. nach 1499) heiratete Wolf von Weissenbach auf Schönfels (gest. 1535), mit dem sie 5 Kinder hatte.

Hans Bruder Georg von Honsberg (um 1450 – nach 1520) heiratete eine Tochter aus dem Haus Weissenbach, deren Vorname unbekannt ist. Mit ihr hatte er einen Sohn Namens Georg Sittich von Honsberg (gest. 1540/44), Ritter auf Schweta, der Eva Maria von Pack heiratete. Sie hatten eine Tochter Sophie von Honsberg (gest. 1569), die Nickel Pflug auf Lösnig (gest. 1587) heiratete und 1 Kind mit ihm hatte.

Ob die Familie von Honsberg ausgestorben ist, ist mir nicht bekannt.

Text: Ralf Jung

Quelle: dirkpeters.net

Die Grafen von Schwarzburg-Käfernburg

Die Ahnen dieser Grafen sollen bereits im 8. Jahrhundert in Thüringen belegt sein, beginnen möchte ich aber mit Graf Sizzo I. von Käfernburg, der als Mitbegründer des Naumburger Doms in Erscheinung trat und dort heute noch seine Stifterfigur bewundert werden kann. Graf Sizzo I. war außerdem der Schirmherr des Naumburger Hochstiftes und lebte bis etwa zur Jahrtausendwende. In dieser Zeit scheint auch ein erster Vorgängerbau der späteren Höhenburg Käfernburg bestanden zu haben.

Sein Sohn Günther II. von Käfernburg regierte als Graf bis 1062. Dessen Sohn Sizzo II. (gest. 1075) erscheint in Quellen sowohl als Graf von Käfernburg als auch bereits als Graf von Schwarzburg. Der Sohn Sizzo II. von Käfernburg ist Graf Günther III. (I.) von Schwarzburg (gest. um 1114), der mit Mechthild von Kiew – Wladimir, der Erbin von Beichlingen, verheiratet war. Deren Sohn Sizzo III. von Schwarzburg (1180/90 – 1160) war mit Gisela von Berg (gest. nach 1142) verheiratet und regierte als Graf von 1109 bis 1160. 1142 gründete er das Kloster St. Georgenthal und gilt weiterhin als Erbauer der Höhenburgen Schwarzburg und Käfernburg.

Sein Herrschaftsbereich wurde unter seinen Söhnen Heinrich I. und Günther II. zunächst aufgeteilt, da Heinrich I. aber ohne männlichen Nachkommen verstarb, fiel dessen Besitz an die Linie Günthers II. zurück. Günther II. von Schwarzburg (um 1135 – 1197) war mit Gertrud von Meißen (Haus Wettin), der Tochter Markgraf Konrads verheiratet und hatte mit ihr 3 Söhne: Albrecht, Heinrich II. und Günther III. von Schwarzburg. Heinrich II. (um 1151 – 1236) nahm Irmgard von Weimar – Orlamünde (gest. nach 1222) zu Frau und zeugte mit ihr 8 Kinder. Ihr Sohn Graf Günther VII. von Schwarzburg – Blankenburg (gest. 1275) war mit Sophie (Haus unbekannt) verheiratet und hatte mit ihr 9 Kinder. 1267 gründet Graf Günther VII. das Kloster Saalfeld.

Seine Tochter CHRISTIANE VON SCHWARZBURG – BLANKENBURG (gest. 1282) heiratete Burggraf Otto II. von Dohna (gest. zwischen 1256 – 87). Deren Sohn ist Otto III. Burggraf von Dohna.

Die alte Linie der Grafen von Käfernburg stirbt 1385 aus. Ihre Besitzungen gehen zunächst an die Landgrafen von Thüringen, fallen aber im 15. Jh. an die Schwarzburger zurück. Die Grafen von Schwarzburg teilten sich im Laufe der Zeit in unzählige Nebenlinien auf. Der letzte Vertreter dieses Geschlechts ist Fürst Günter Victor von Schwarzburg – Rudolstadt, der bis 1918 bis zur Abdankung regiert und 1925 kinderlos stirbt. Mit ihm stirbt eines der ältesten thüringischen Adelsgeschlechter aus. Seine Frau Anna Luise war eine gebürtige Prinzessin von Schönburg – Waldenburg, die erst 1951 als Bürgerin der DDR verstarb.

Text: Ralf Jung

Quellen: genealogie – mittelalter.de
dirkpeters.net
ritterbund – thr.de
wikipedia.org

Die Ritter von Köckeritz

Heinrich von Köckeritz (um 1190 – nach 1259) wird zusammen mit Poppo, der wahrscheinlich sein Bruder ist, 1209 in einer Urkunde des Klosters Mildenfurth bei Weida als Zeuge genannt. 1225 sitzen beide auf der Burg Schönfels. Außer ihnen werden dort noch die Castellane Hermann und Sieghard von Köckeritz erwähnt. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis sie zueinander standen ist unbekannt. Die Ritter von Köckeritz hatten umfangreiche Beziehungen zu den Vögten von Weida, da ihr Stammsitz das Dorf Köckeritz in der Nähe von Weida lag.

MARGARETHE VON KÖCKERITZ (deren Lebensdaten nur geschätzt werden können, wahrscheinlich um 1280 geboren) war mit Hermann von Maltitz (1250 - 1320) verheiratet. Er war Ritter auf Maltitz, Losnitz, Bieberstein und Greifendorf.

Um 1308 wird ein Heinrich von Köckeritz genannt, an den Friedrich von Meißen die Burg Krosigk verpfändete.

Dann entsteht eine größere Pause bis wieder ein Ritter Köckeritz genannt wird. 1416 wird Jan von Köckeritz als Besitzer der Burg Wehlen genannt. Dieser überfiel 3 Jahre später im Jahre 1419 auf der Landstraße den Stadtschreiber von Görlitz. Daraufhin belagerte der Oberlausitzer Sechsstädtebund die Burg, konnte sie aber nicht einnehmen.

Jetzt werden die Daten wieder sehr lückenhaft. Heinrich von Köckeritz (gest. nach 1471), verheiratet mit Margarethe von Loh (gest. nach 1475) sitzt auf Elsterwerda und ist Vogt von Schweinitz. Der 1482 genannte Nickel von Köckeritz verfasste einen Bericht zum Beginn der Dohnaischen Fehde.

1543 nimmt Kurfürst Joachim von Brandenburg den Amtmann zu Potsdam Caspar von Köckeritz zum Rat und verkauft ihm das Kammergut Chorin, sowie Schloß, Städtchen und Kiez zu Potsdam widerkäuflich.

Text: Ralf Jung

Quellen: dirkpeters.net
Ursprung der Familie Köckeritz
Geschichte Pirnas
Chronik Burg Krosigk
Potsdamer Chronik
Die Dohnaische Fehde