Cappa – Reisemantel und Schlechtwetterschutz

 

Beispiele dieses Übergewandes aus dem 12. Jahrhundert stammen z.B. von der „Darstellung der Gefangennahme Richard Löwenherz“ im Liber at Honorem Augusti von Petrus de Ebulo von 1195-97, einer Abbildung in einer Miniatur zu Psalm 36 Canterbury School um 1180-90 und aus dem Hortus Deliciarum 1175-1195. Da auch der Niedere Adel das ganze Jahr zu Pferde unterwegs war, Verwaltungs- und Beaufsichtigungstätigkeiten wahrnahm und wohl auch in der Landwirtschaft mitarbeitete, wurde auch von ihm eine praktischere Überkleidung als der Rad- und Rechteckmantel getragen.
Gefangennahme von Richard Löwenherz
Liber ad honorem augusti
des Petrus von Ebulo um 1196

lange Cappa im Hortus Deliciarum um 1180

 

 

In der heutigen Literatur als Cappa bezeichnet soll sich diese Bezeichnung bis heute im englischen Cape erhalten haben. Nach den Abbildungen gab es mehrere Formen dieser Überkleidung.
Eine Variante war wie eine Cotte geschnitten, reichte etwa bis zu den Knien und hatte lange Ärmel. Auf der Darstellung der Gefangennahme von Richard Löwenherz wiesen die Ärmel im Bereich der Ellenbeuge einen Schlitz auf, durch den man Hände und Unterarme durchstecken konnte. An dieser Darstellung orientiert sich meine Cappa.In der heutigen Literatur als Cappa bezeichnet soll sich diese Bezeichnung bis heute im englischen Cape erhalten haben. Nach den Abbildungen gab es mehrere Formen dieser Überkleidung.
Eine andere ärmellose Variante war vorn kürzer geschnitten als hinten, was sich vor allem bei Hirten und der Feldarbeit als praktischer erwies, da Rücken und Gesäß immer bedeckt waren und beim Bücken vorn kein Stoff im Weg hing.
Eine weitere Form der Cappa war dann im 13.Jahrhundert der Gardecorps. Geschnitten wie eine Cappa, hatte sie aber einen Schlitz von der Schulter bis zum Ellenbogen für die Arme. Ein schönes Beispiel dafür ist aus der Manessischen Liederhandschrift „Herr Ulrich von Gutenberg“ Tafel 32.
franz. Handschrift aus dem 13. Jahrhundert
Herr Ulrich von Gutenberg Codex Manesse - 13. Jhd.

Herr Ulrich von Gutenberg Codex Manesse – 13. Jhd.

Alle drei Varianten hatten eine Kapuze als Schutz vor Regen und Wind und waren aus grobem gewalktem Wollstoff gefertigt und oft mit Leinen oder Fell gefüttert.

Text: tf

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