Das Unterhemd

Unter der rauen und kratzigen Überkleidung aus Wolle wurde wohl oft ein Oberschenkel- bis Wadenlanges Unterhemd aus Leinen, oder beim Hochadel auch aus Seide getragen. Leider gibt es nur sehr wenige Abbildungen und man muss annehmen, dass vor allem die einfachen Menschen oft ohne ein Unterhemd auskommen mussten.

Bronzetür von Now- gorod um 1152 Unterhemd unter der Oberkleidung

Bronzetür von Now- gorod um 1152 Unterhemd unter der Oberkleidung

Maciejowski Bibel um 1250 König in Unterhemd

Maciejowski Bibel um 1250 König in Unterhemd

Nach einer überlieferten Kleidungsvorschrift der Templer war es ihnen auch nur gestattetet, im Heiligen Land zwischen Ostern und Allerheiligen ein Unterhemd aus Leinen zu tragen.

Das Unterhemd schützte die Haut nicht nur vor den derben und rauen Oberstoffen, sondern bildet auch eine weitere wärmende Schicht. Leinen wie auch Seide haben aber auch eine temperaturausgleichende Komponente, die unter Wollkleidung selbst an wärmeren Tagen funktioniert. Der Schweiß wird aufgesaugt und es kommt zu einem angenehmen Kühleffekt, außerdem verhinderte sie so die schnelle Verschmutzung der Oberkleidung durch den Schweiß. Im Gegensatz zu Wolle kann Leinen auch bei höheren Temperaturen gereinigt werden und wird durch das Waschen sogar besser.

Für die Unterkleidung einfacher Menschen wurde wie bei Oberkleidung ein einfacher tunikaartiger Schnitt und grobes Leinen verwendet. Für die auch besonders am Oberkörper körpernah geschnittene Kleidung des Adels kann man jedoch annehmen, dass auch hier schon eine runde Armkugel Verwendung fand und feineres Leinen verwendet wurde, welches zusätzlich noch gebleicht sein konnte.

Text: tf

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