Der Mantel

 

Der Mantel diente vor allem repräsentativen Zwecken.

Ebenso wie in der Männermode war im Frühmittelalter fast ausschließlich der Rechteckmantel in Gebrauch. Aufgrund des gesteigerten Prestigebedürfnisses des Adels fand bald der Radmantel Einzug in die höfische Mode des 12. und 13. Jahrhunderts. In seiner Stofffülle konnte er bis zu einem ¾-Kreis beschreiben. Er wurde gleichermaßen von Männern und Frauen getragen und unterschied sich nur in der Länge.

Evangeliar Heinrichs des Löwen – ca. 1188
li.: Mathilde im fehgefüttertem Krönungsmantel
re.: Dame im Mantel mit mittigem Fibelverschluss
Quedlinburger Knüpfteppich um 1200
links: Darstellung der Prudencia (Klugheit)
rechts: Philologia im fehpelzgefüttertem Mantel mit Pelzbesatz am Kragen


Kaiserin Adelheid in herme-
lingefüttertem Tasselmantel
Naumburger Meisterwerkst.
Meißner Dom; um 1260

Detail des roten Wollmantels mit
Reverskragen
rote Wolle mit gelbem Seidenleinen
gefüttert
brettchengewebtes Tasselband

Anfangs wurde der Mantel noch mit einer Fibel verschlossen. Bald war jedoch das Tasselband die bevorzugte Art. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts wurden diese so lang, dass die Oberkleidung weitgehend zum Vorschein kam. Wie die Figuren der Klugen und Törichten Jungfrauen in Magdeburg zeigen, waren diese Tasselbänder oft auf verschiedenste Art verziert. Mittels Tasselscheiben, bei Frauenmänteln oft florale Motive, wurden sie an den Mantelseiten befestigt.

Die meisten Darstellungen zeigen eine Pelzfütterung mit Hermelin oder Fehpelz. Aber auch Seide, Wolle oder Leinen wurde verwendet. Auffällig ist die Gestaltung an einigen Figuren des Naumburger Meisters. Deutlich ist hier der reversartige Kragen zu sehen.

Naumburger Stifterfiguren (Gipsabgüsse) Reglindis (1.und 2. Bild v.l.), Uta und Gepa (Bertha) – um 1240
deutlich sind die reversartigen Umschläge, die langen Tasselbänder und der Griff in diese zu erkennen (Reglindis)
Codex-Manesse_ S121 Tafel 26 Der von Kürenberg Codex-Manesse S60 Tafel 17 Gottfried von Neifen Codex Manesse Dame sitzend Seite 191 Codex-Manesse Dame Seite v215
Tafel 26
Der von Kürenberg
Tafel 17
Gottfried von Neifen
Tafel 37
Herr Reinmar der Alte
Tafel 38
Burkard von Hohenfels
Adelsdamen in der Codex Manesse in fehpelzgefütterten Mänteln- 13. Jhd. (Grundstockmaler)

Da der von Damen getragene Radmantel immer boden-bis überbodenlang war, zog er aufgrund seines Gewichtes schnell nach hinten. Um dies zu verhindern, wurden zwei Finger in das Tasselband gelegt, um den Mantel mit dieser höfischen Geste auf den Schultern zu halten.

Sophia von Thüringen (?)
nach 1200
Mantel mit Pelzkragen (?)
Mäntel mit Hermelin- bzw. Stoff-
futter (re. mit Fibelverschluss) –
Bible Moraliseé um 1230
Damen in fehpelzgefütterten Mänteln mit Tasselband-
Maciejowski-Bibel um 1250

Text: kf

" "