Rückblick 2022

Wir haben dieses Jahr fortgeführt, dass immer wechselnde Mitglieder die Rückblicke schreiben. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.

Hortnachmittag in Langebrück

An einem kalten Freitag Ende März wurde der Bock’sche Garten von der Hortgruppe der Klasse 1a der Friedrich-Wolf-Grundschule Langebrück gestürmt. Diese wollte mit uns ihre Projektwoche Mittelalter abschließen, uns so hatten wir mit Hilfe der Familie Schönfeld und Christian im Garten zwei Zelte aufgebaut und eingerichtet und den Waffen- und Rüstungsständer hergerichtet.

Nach einer kurzen Einleitung ins Mittelalter teilen wir die Kinder in zwei Gruppen auf und dann ging es ans Erkunden unseres Minilagers. In den Zelten hatten wir windgeschützt unsere Alltagsgegenstände aufgebaut und die Radmühle zum Spielen und selber basteln vorbereitet. Außerhalb der Zelte zeigten neben dem Waffen- und Rüstungsständer Ritter und Waffenknecht ihr Können mit den verschiedenen ritterlichen Waffen. Auch das Ausprobieren von Rüstungsteilen haben wir für die Kinder wieder möglich gemacht.

Viel zu früh kamen dann schon die ersten Anrufe von Eltern, die ihre Kinder abholen wollten, und so ging ein kurzweiliger Nachmittag und die Projektwoche Mittelalter zu Ende.

Die Zelte im Garten
Unser Alltagsgegenständetisch
Andrang am Waffenständer

Schulstunde in Radebeul

Auch in die 6. Klasse einer unserer jungen Mitglieder wurden wir gerufen – und sind zu Viert erschienen. Im Stuhlkreis waren die meisten Schüler noch etwas schüchtern. Wir reichten den Kindern einen Korb mit Lebensmitteln, wo sie sich etwas rausnehmen und raten sollten, ob es das im 12./13. Jahrhundert schon in unseren Landen gab. Dabei schmolz dann so langsam das Eis. Wir sprachen über die Stände, das Rechtssystem, die Ernährung, die Kleidung, das Leben der (einfachen) Bevölkerung, und hatten dazu eine Menge Alltagsgegenstände dabei. Nach den 2 Schulstunden sind sie dann vollends aufgetaut und wir haben noch eine halbe Stunde drangehangen. Die Lehrerin hat auch später noch davon geschwärmt, wie begeistert die Kinder waren: nicht nur klassisch Unterricht zu machen sondern so etwas auch mal erleben & anfassen durften.

Vorbereitungen fertig – die Kinder können kommen

Kuckuckstein

Nach vielen, vielen Jahren öffnete im Mai Schloss Kuckuckstein im beschaulichen Liebstadt wieder seine Tore für interessierte Besucher – und wir waren mit dabei. Dank der neuen engagierten Eigentümer konnte erstmals ein mittelalterliches Familienfest auf der Burg stattfinden. In und um die Burganlage herum präsentierten wir uns zusammen mit unserer befreundeten Gruppe Domus Donin und weiteren Darstellern mit vielerlei Ständen und Schauplätzen mit Handwerk und Geschichtswissen. Natürlich wurde für das Rahmenprogramm auch zum Kampfe gerufen, musiziert und getanzt. Der kleine Markt kam bei den Besuchern jedenfalls sehr gut und wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal.

Kampfvorführung
Erklärungen
Modenschau
Lebensmitteldisplay mit Schloß im Hintergrund

Freies Lager Frauenstein

Alle Jahre wieder, die Geister des Miriquidi waren uns wieder einmal nicht wohlgesonnen. Unsere Anreise zur Burg Frauenstein gestaltete sich gar beschwerlich. An sonnigen Tagen grüßt die Feste weit ins Land. Doch am letzten Juni-Wochenende des Jahres 2022 türmten sich Wolken über Berg und Tal. Die schützenden Mauern der Feste waren aus der Ferne nur zu erahnen. Als Zelte und Baldachin aufgebaut waren, konnten wir auch die Sonne für kurze Zeit sehen. Passend zum trüben Wetter trieben sich zu später Stunde Werwölfe im Lager herum. Als die Werwölfe besiegt waren, wurde auch das Wetter besser. Am Tag konnten wir uns wieder Handarbeit und Handwerk widmen. Ritter und Knappen zeigten ihr Können beim Waffengang. Auch wurde Kleidung und Ausrüstung in Ordnung gebracht. Die Küchenarbeit wurde mit Freude und Sorgfalt von Jung und Alt erledigt. In zahlreichen Gesprächen mit den Besuchern der Burgruine Frauenstein standen wir gern Rede und Antwort, zu unserem Tun von „heute“ und „damals“. Alles in allem wieder ein gelungenes Lager.

Passt das so?
Morgenstimmung
Frisch und Selbstgebacken
Jung und Alt
Weiße Ravioli mit Zucker und Zimt
Alles Handarbeit

Zörbig Museumstag

Was uns auch im dritten Jahr wieder erfreute, dass so viele Familien mit Kindern uns bei dieser Veranstaltung besuchten. Vielleicht liegt es auch an der „Knappenausbildung“, welche auf dem Programm steht und von den Kindern gern angenommen wird. Das Wetter & die Organisation waren perfekt, nur die eine Windböe, welche unser Sonnensegel beschädigte, war nicht erfreulich. Aber im reparieren sind wir alle fit… so das wir das Sonnensegel die gesamte Veranstaltung nutzen konnten. Eine wunderbare (kleine) Veranstaltung in der Organisation des Museumsvereins, mit sehr viel Enthusiasmus vorbereitet & gelebt.

Unser Baldachin mit Lebensmitteldisplay und Alltagsgegenständen
Tanz in Zörbig
Schwertkampf

Freies Lager Torgelow

Dieses Jahr konnte ich in Torgelow an vielen verschiedenen, kleineren Projekten mitarbeiten und helfen. Diese Abwechslung hat mir ziemlich viel Spaß gemacht. Die zeitaufwändigste Arbeit war es, gemeinsam einen Weidenzaun auszubessern. Die Weidenruten haben wir von auf dem Grundstück stehenden Weiden benutzt. Doch die mühselige Handarbeit konnte sich am Ende wirklich sehen lassen. Interessant fand ich es auch mal zu sehen, wie man mit Pflanzen leuchtend gelben Farbstoff herstellen kann und Stoffe färbt. In dem Bett, was ich mit aufgebaut habe, konnte ich zwar nicht selbst schlafen, aber die Konstruktion hat wenigstens verhindert, dass die Kinder aus dem Zelt rollen. Hoffe ich. Mein persönliches Highlight war das Fischen. Das hat mich so sehr begeistert, dass ich jede freie Minute damit verbracht habe, am Steg zu sitzen und zu angeln. Dabei hatte ich sogar relativen Erfolg und konnte 15 Fische anschließend zum Essen vorbereiten und schließlich braten. Es hat zwar nicht für alle gereicht, aber als kleine Mahlzeit zwischendurch war es mehr als genug.

Bettenbau für die Kinder
Erneuerung des Weidezaunes
Zubereitung des frisch gefangenen Fisches
Vorbereitung der Wolle zum Färben
Einweichen der Färbepflanze
Ergebnis der Färbung

Altzella – Mitwirkung bei der Romantischen Abendführung

Auf Grund unseres regionalen Anspruchs sind wir immer im Gespräch mit örtlichen Verantwortlichen bezüglich einer Zusammenarbeit. So waren wir nach vielen Jahren wieder einmal im Kloster Altzella anzutreffen, wo wir das Museum bei der Ausgestaltung der romantischen Abendführung unterstützt haben.

Aufgrund des regnerischen Wetters haben wir unsere Stationen leider in die Innenräume verlegen müssen. Dennoch konnten die Besucher eine höfische Begrüßung erleben, sich über Lebensmittel und Färbepflanzen des Mittelalters informieren, aber auch über das Schreiben unter anderem mit Eisen-Gallus-Tinte auf Pergament. Die Herren zeigten dazu Schwertkampf und ausgewähltes Handwerk wie Bogenbau, Lederbearbeitung und Sarwürken. Den Abschluss bildeten wieder einige Tänze.

Es war nur eine kurze Veranstaltung, bei der wir einen Abriss unseres Repertoires gezeigt haben. Jedoch sind uns Veranstaltungen im Raum Dresden und vor allem an so geschichtsträchtigen Orten von besonderer Bedeutung.

Das seit 1175 bewohnte Kloster Zelle wurde von Markgraf Otto I. dem Reichen als neue Grablege der Wettiner (und Gegenentwurf zum Petersberg, wo sein Vater begraben liegt) gestiftet und liegt mit seiner ersten Blüte damit in der von uns dargestellten Zeit. Aus diesem Grund hat uns die Möglichkeit sehr gefreut, an einer Veranstaltung im Klosterpark mitzuwirken. Wir sind im Gespräch, eine ähnliche Veranstaltung zu wiederholen.

Schwertkampf mit Fledermäusen
Instrumentenbau und Lederbearbeitung
Weben und andere Handarbeiten
Schreiben
Aufstellung zum Tanz

Tag des offenen Denkmals Frauenstein

Wie letztes Jahr unterstützten wir die Burgruine in Frauenstein zum Tag des offenen Denkmals. 2 Familien sind bereits am Sonnabendnachmittag angereist, um den Baldachin und Tische aufzubauen und am Sonntag dann entspannt zu starten. Diesmal stellten wir nicht unsere Mittelalterzelte auf, sondern wir übernachteten in modernen Zelten direkt unterm Baldachin. Nicht, weil wir nicht gerne draußen schlafen, sondern weil es das Wetter mal wieder nicht so gut gemeint hat. Das tat aber keinen Abbruch, beim Sonnenuntergang den Turm – den Dicken Merten – zu erklimmen und den Ausblick zu genießen.

Am Sonntag kamen dann noch einige andere Mitglieder und so konnte der Tag des offenen Denkmals starten. Es kamen – nach anfänglich Wetterschwierigkeit – doch eine Menge Besucher und diese waren sehr interessiert, was wir an Handarbeiten zeigten, kochten und natürlich den Schwertkampf vorführten. Dort unterstützten uns wieder die Schwertkämpfer von Saxenstreich – eigentlich schon eine Tradition. Für nächstes Jahr werden wir an dem Wochenende dort gleich lagern, um auch historische Zelte und ihre Einrichtung zeigen zu können.

Unser Bett-Lager
Nach dem Regen
Andrang zum Tag des offenen Denkmals
Zubereitung der Semmelknödel
Fertiges Gericht

Lager Heilig Kreuz

Für die Natur und den Grundwasserspiegel ist Regen eine wunderbare und dringend notwendige Angelegenheit, für den mittelalterlich lagernden Menschen trifft dies allerdings weniger zu. Wir haben uns dennoch nicht entmutigen lassen und Mitte September unser Lager inmitten der Klosterruine Heilig Kreuz bei Meißen aufgeschlagen. Wir sind hier schon öfters zu Besuch gewesen, ob bei Veranstaltungen oder zum Lagern und hatten uns bereits lange darauf gefreut, wieder einmal hierher zu kommen. Die Atmosphäre im ehemaligen Kloster war wie immer sehr schön und der ein oder andere Regenbogen samt nachfolgendem Sonnenschein haben uns den vorangegangenen Regenschauer vergessen lassen. Ein früheres Mitglied der Mark Meißen hat uns übers Wochenende besucht, worüber wir uns sehr gefreut haben. Neben Handarbeiten stand natürlich gemeinsames Kochen auf dem Plan – viele Hände haben für das Abendessen Nudeln geformt, dazu gab es gebratenen Fisch und Kräutersauce. Wir kommen gerne wieder. Das nächste Mal darf es aber ruhig mehr Sonnenschein sein.

Viele Helferinnen beim Nudeln formen
Abendessen
Regenbogen über Heilig Kreuz
Lagerimpression

Bärnau

Im Oktober fand im Geschichtspark Bärnau ein Markt statt, allerdings etwas anders, als man es vielerorts gewohnt ist. Für den Markt wurden die Läden der Holzhäuser herunter geklappt und die verschiedensten Waren von Geschmeide bis Tand feilgeboten. Im Händlerhaus wurde auf offenem Feuer Bier gebraut, am Weiher Stoffe gefärbt, in der Schmiede Messer hergestellt. Trotz ergiebigem Dauerregen war es eine gelungene Veranstaltung.

Burg Gnandstein – Burgbelebung zum Familientag

Auch hier sind wir das dritte Jahr und es zeigt sich deutlich, wie entscheidend das Wetter sein kann. Bei 20°C und Sonnenschein pur waren wir und das Museumspersonal vom Ansturm der Besucher positiv überwältigt. Bei dieser Veranstaltung stehen die Kinder im Fokus und dementsprechend sind unsere Stationen darauf ausgelegt. Es wurde Bänder „geloopt“, Wappen gemalt, Helme anprobiert und „Schwerter geschwungen“ Auch der Tisch mit Alltagsgegenständen und unser Lebensmitteltisch wurde sehr interessiert aufgenommen. Bei unserer Modenschau unterstützte uns „das Pegauer Aufgebot 1475“ mit der Kleidung aus dem 15 Jahrhundert. Was das Bild natürlich sehr gut ergänzte und der Unterschied in der Kleidung war deutlich zu sehen. Die vielen positive Rückmeldungen der Besucher waren uns eine besondere Freude.

Im Zwinger
Bogenschießen für Jung und Alt
Die Kunst des Schreibens
Tanz

Texte: db, mg, tg, rb, rg, fh, ks, um