Nach einer erlebnisreichen Saison bietet der Advent ein wenig Zeit für Besinnung und Reflektion, bevor wir dann direkt Anfang Januar mit unserer Jahresversammlung in die Planung der nächsten Saison starten.
Im Vergleich zu heute war die Adventszeit im Mittelalter allerdings eine Fastenzeit, so wie auch die Zeit vor Ostern. Märkte gab es zwar kurz vor Weihnachten auch im Mittelalter, allerdings handelte es sich dabei um Fleisch- oder allgemein Lebensmittelmärkte, um Vorräte aufzufüllen.
Zu Weihnachten gehörten auch damals schon Krippenspiel und Weihnachtslieder. Eines der ersten mit Text und Noten überlieferte Weihnachtslied findet sich in der „Bibliotheca Amploniana“ in der Universitätsbibliothek Erfurt. Das dreistimmige Lied „Sys willekomen heirre kerst“ („Sei uns willkommen Herre Christ“) ist ein mit dem Kyrie-Ruf schließendes mittelalterliches Kirchenlied für die Weihnachtszeit. Es stammt ursprünglich aus dem elften Jahrhundert, die dortige Fassung des Liedes entstand aber erst im ausgehenden 14. Jahrhundert in Aachen.
Da das Gebiet der Mark Meißen in unserer Darstellungszeit christlich geprägt ist, gehört auch ein kleiner Reisealtar zur Ausstattung. Je nach Lager ist das mal ein kleines Holzkreuz, mal eine kleine Marienstatue und Bienenwachskerzen. Repliken von bekannten Mariendarstellungen des 12. und 13. Jahrhundert gibt es käuflich zu erwerben. Neu hinzu kommt gerade ein Altartuch aus feinem Leinen mit Weißstickerei. In Buchmalereien und Plastiken des 12. und 13. Jahrhunderts ist die Darstellung des thronenden Christus als Erlöser umrahmt von den vier Evangelisten eine häufige Darstellung und so wird auch dieses Motiv im Frühjahr das Altartuch zieren.

Wir wünschen euch erholsame Feiertage und freuen uns, euch als Darsteller, Veranstalter oder Besucher im nächsten Jahr wieder zu treffen.
Quellen: Das älteste deutschsprachige Weihnachtslied – ein Schatz in der „Bibliotheca Amploniana“