Das Team des Castrums bat uns, die Kochstelle neben dem Turm für das Burgfest im August zu erhöhen, damit das Kochen für die Besucher etwas rückenschonender wird. Dem sind wir natürlich gerne nachgekommen, ist das doch immer eine Möglichkeit für die Kinder, sich beim Lehmstampfen auszutoben.
In einer vorbereiteten Grube werden Lehm, Stroh und Wasser durchgestampft, bis sich eine gleichmäßige und klumpenfreie Masse ergibt. Die Kochstelle wird derweil mit Schutt und kleinem Gestein aufgefüllt. Dann kommt eine erste Schicht Lehm darauf, welcher schön verteilt und mit den Händen grob glattgestrichen wird.



Dann heißt es warten … Die Wartezeit verkürzen wir uns mit dem Test der lokalen Erdbeeren, vorzugsweise auf Quark. Authentisch wären Walderdbeeren, aber dann hätten wir unsere große Gruppe (immerhin 12 Erwachsene, 6 Kinder und ein Hund) nie und nimmer satt bekommen.

Dann geht es weiter mit der zweiten Schicht. Da der Lehm für diese noch feiner sein soll, müssen diesmal kleine Kinderfüße stampfen und haben ihren Spaß dabei. Danach helfen alle, den Lehm wieder gleichmäßig zu verteilen und diesmal auch mit Pinsel und Wasser schön glatt zu streichen. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auch auf dem Rand, der dicht an den Steinen anliegen soll.



Nachdem uns die Erdbeeren sehr gut geschmeckt haben, es wieder frischen Fisch auf dem Wochenmarkt gab, Lehm da war und wir die Grapen dabei hatten, haben wir dann beschlossen, wieder Fisch in Erdbeersoße zum Abendbrot zu kochen.
Nach einem ausgiebigen Bad mit Massage und anschließendem Mehlen und Würzen durften sich die Fische nacheinander in der Pfanne heiß kuscheln. Der Zufall und ein warmer Sommer spielte uns dafür frische Zitronen in die Hände, für Mitteleuropa im 12./13. Jhd. eine Seltenheit, die nachgewiesene Variante wären getrocknete Zitronen gewesen.



Zum Fisch gab es einfache Fladenbrote aus Mehl, Salz und Wasser, die wir in der trockenen Pfanne ausgebacken haben.
Parallel dazu haben wir die Erdbeersoße in Grapen zubereitet. Dafür haben wir eine einfache Feuerstelle mit Lehm ausgefüllt und antrocknen lassen. Die Grapen haben wir mit kleingeschnittenen Erdbeeren, Zimt und Ingwer und etwas Saft gefüllt und dann hieß es wieder, die Grapen langsam warm werden lassen, immer wieder drehen und das Feuer in Gang halten. Dafür wurden wir dann mit duftender, blubbernder Erdbeersoße belohnt, auch noch eine viertel Stunde, nachdem wird die Grapen vom Feuer geholt hatten.


Auch wenn es einiges an Aufwand war, waren die Fische in Erdbeersoße wieder ein Genuß.