Wie jedes Jahr machten sich ein paar von unseren Kämpfern auf zum Militärmanöver in den Geschichtspark Bärnau. Das Manöver bietet die Möglichkeit, mit Kämpfern aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Deutschland gemeinsam zu trainieren. Zumindest für die mitreisenden Kinder und Damen bot sich aber auch die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Der Samstag begann mit einer Inspektion der Kampfausrüstung und Waffen sowie einleitenden Worten. Im Anschluss begannen wir mit Trainingszweikämpfen, um die anderen kennenzulernen und sich aufeinander abzustimmen. Danach wurde die Gruppe aufgeteilt und es wurde der Formationskampf trainiert, ob Schildwall gegen Schildwall oder drei Teams gegeneinander. So verging der Vormittag. Nach einer kleinen Pause mit einem stärkenden Mittagessen ging es in die Geländeübung. Dies erfolgte in Form von „capture the flag“. Also wurden zwei Fahnen auf beiden Seiten des Dorfes aufgestellt. Dadurch ging das Geschehen mitten durch das Dorf, natürlich unter Berücksichtigung, dass keinem Besucher was passierte. Es wurden Hinterhalte gelegt, versucht das jeweils andere Team aus ihrer Stellung zu locken und andere Strategien ausprobiert.
Nach einer Pause wurde sich ein letztes Mal die Rüstung angezogen, denn es sollte zur großen Schlacht der Jahrhunderte gehen. Also sammelten sich alle und es ging zum Schlachtfeld. Dort zeigten zunächst alle Jahrhunderte den Besuchern, was es in ihrer Zeit für Besonderheiten in der Kampftaktik gab. Die Bandbreite reichte von den Kämpfern des 8. Jhd, welche leicht gerüstet mit Ger und Rundschild antraten, über das 11. und 13. Jhd. bis zu dem Bürgerheeren des 15. Jhds. mit Pieken. Danach wurden alle aufgeteilt und es ging als zwei gemischte Teams gegeneinander, zum Spaß der Zuschauer und der Teilnehmenden. Zum Schluss durften die Kinder noch versuchen, den Schildwall zu durchbrechen.



Zum Abschluss des Tages wurde in gemeinsamer Runde gegessen und bei Gesprächen zusammengesessen. Und hier hatte dann der titelgebende Almosenbeutel seinen Auftritt …
Aber erst einmal zurück zum Militärmanöver. Der Sonntag begann wie der Samstag: Nach einem guten Frühstück wurden die Waffen erneut kontrolliert, um Verletzungen zu vermeiden. Danach trainierten wir in Form von „King of the Hill“. Dazu teilten wir uns in vier Gruppen auf. Eine musste einen festgelegten Punkt verteidigen und die anderen mussten ihn versuchen zu erobern und zu halten. So ging es mit ausgiebigen Pausen bis zum Mittag. Nach dem Mittag ging es für einen Teil zur Unterstützung der Rüstschau.

Danach wurde schnell die Rüstung für die große Schlacht der Jahrhunderte angelegt. Und erneut wurden die verschiedenen Taktiken und zum Abschluss ein großer Kampf für das Publikum dargeboten. Leider konnten aufgrund der weiten Anreisen nicht mehr alle Kämpfer an dieser abschließenden Schlacht teilnehmen.
Damit endete ein intensives und ereignisreiches Wochenende.
Wer sich nun aber fragt, warum zwischen den ganzen Kämpfen ein Almosenbeutel seinen Auftritt haben musste … das ist eine längere Geschichte. Das Schönste an unserem Hobby ist der Austausch mit anderen Darstellern und Gruppen, auch über Handwerk und Handarbeit. Mit dem Herr de Roethelin besteht der Austausch seit über 9 Jahren, begonnen hat es mit zwei Scherenstühlen. Besagter Ritter ist neben dem Kämpfen auch noch wirklich gut in Metall-, Leder und Holzbearbeitung und im Kochen. Vor 6 Jahren wechselte ein Messer mit geschnitztem Beingriff als Minnegabe den Besitzer. Ein wunderschönes Stück mit umfassender Symbolik, von der Minnerose bis zum Rotmilan als Wappenhalter des Herrn de Roethelin. Und da wir uns nun nach ein paar Jahren zum Militärmanöver trafen, wurde der Almosenbeutel in den Farben des Ritters übergeben.


