Der letzte Winter hat uns reichlich Galläpfel beschert, mit denen wir nun in Torgelow den Tintenvorrat für das Skriptorium aufgefüllt haben.
Dafür müssen die Galläpfel erstmal 2 Stunden lang köcheln. Die großen, weichen haben wir vorher mit dem Messer angeritzt, diese wurden beim Kochen wieder rund und prall. Nach dem Abschöpfen und Abkühlen bleibt ein schlammbrauner Sud zurück.


Während der Galläpfelsud abkühlt, werden Eisen-II-Sulfat für die Farbentwicklung und Gummi Arabicum für die Konsistenz in Wasser aufgelöst. Für das folgende Video haben wir uns extra ein Glas besorgt, um die Farbentwicklung beim Zusammenfügen beider Flüssigkeiten beobachten zu können.
Eine Schreibprobe zeigt eine grau-blaue Farbe, die mit der Zeit etwas nachdunkelt.


Ebenfalls aus dem letzten Winter stammen zwei Wildschweinfelle, die entfleischt und getrocknet ihren Weg nach Torgelow gefunden haben. Mit Messer und einem Stein wurden diese von den letzten Fett- und Fleischresten befreit.


Ziel war nun eine sogenannte Hirngerbung und Rauchkonservierung, auch falsche Gerbung genannt. Statt Hirn verwendeten wir ein Gemisch aus Ei, Öl (die klassischen Mayonaisezutaten) und Kernseife, dass mühsam mechanisch in die Hautseite der Felle eingearbeitet wird.


Nach dem Trocknen der Mayonaise auf dem Leder nutzten wir den Rauch vom Galläpfelkochen, um das Fell zu konservieren.



Fertig ist ein neuer Teppich für das burggräfliche Zelt, damit die Kinder nicht auf dem blanken Boden spielen müssen.